Der Dino, der nicht ausstirbt
Stell dir vor: Du zahlst mit Karte im Café, und im Hintergrund rackert eine Programmiersprache, die älter ist als viele Großeltern. COBOL heißt sie, Common Business-Oriented Language. Geboren 1959, immer noch Herzstück der wichtigsten Systeme weltweit.
Du fragst dich: Wie überlebt so ein Relikt in Zeiten von KI und Quantencomputern? Halt dich fest – die Geschichte ist verrückt.
Aus Quick-Fix wird Albtraum
COBOL sollte einfach sein, fast wie normaler Text. Ziel: Manager ohne Nerd-Ausbildung sollten programmieren können. Kluger Plan. Hat super geklappt.
Banken waren hooked. Behörden stiegen ein. Fluglinien bauten Buchungssysteme drauf. Plötzlich: Kein Weg zurück. COBOL sitzt fest wie Stahl in Beton. Raus damit? Alles kracht zusammen.
Fakt: 95 Prozent der Geldautomaten-Transaktionen laufen über COBOL. Nächstes Mal am Automaten: Du chattest mit Code aus Beatle-Zeiten.
Das COBOL-Rätsel
COBOL ist omnipräsent – und unsichtbar:
- Überall: Steuert Banken, Rente, Flugkontrolle
- Nirgends: Kaum Uni-Kurse, Programmierer altern rapide
Wie Brücken mit vergessener Bauweise. Was kann schiefgehen?
Warum kein Neustart?
„Einfach umschreiben in Python oder so?“ Leichter gesagt als getan.
Das wäre wie Herz-OP bei jemandem, der mid-run einen Marathon läuft. Millionen Transaktionen täglich, Jahrzehnte Logik in Millionen Codezeilen.
Ein Bankboss: Ihr Kernsystem hat über 200 Millionen Zeilen COBOL. Windows 10? Nur 50 Millionen. Kein App-Update – das ist Zivilisationsumbau.
Der Mangel an Köpfen
Schlimmer: Die Experten gehen in Rente. Oder sterben. Wissensvernichtung pur.
Ein 78-Jähriger repariert noch Flugbuchungen. „Zu wertvoll zum Aufhören“, sagt er lachend. Lustig? Eher nicht.
Im Schatten des Riesen
Jedes Mal, wenn du:
- Geld abhebst
- Flug buchst
- Amtshilfe beantragst
- Lohn kassierst
Verlässt du dich auf Code vor dem Mondflug.
Nicht schlecht – stabil wie nix. Jahrzehnte getestet. Aber teuer, zerbrechlich, unflexibel für schnelle Welt.
Lösungswege (irgendwie)
Tech-Welt wacht auf. Tools wandeln COBOL in Cloud. Neue Azubis lernen es. KI übersetzt automatisch.
Trotzdem: Jahrzehnte Arbeit. Wenn's klappt.
Die große Lehre
COBOL zeigt: Quickies werden ewig. „Gut genug“ wird „zu groß zum Wegwerfen“.
Beim Bauen mit neuen Sprachen fragen: Was verfluchen Enkel als unverrückbar?
Ich tippe auf JavaScript. Sorry.
Quelle: https://www.wired.com/story/cobol-is-the-asbestos-of-programming-languages