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Dein Keks kommt aus der Flasche — und das ist längst kein Sci-Fi mehr

Dein Keks kommt aus der Flasche — und das ist längst kein Sci-Fi mehr

2026-09-13T21:35:18.194943+00:00

Plätzchen aus Plastik? Was Wissenschaftler gerade wirklich basteln

Die Überschrift klingt nach einem schlechten Science-Fiction-Film, oder? Aber keine Sorge — ich habe nachgeforscht, und das hier ist keine Horrorgeschichte. Ganz im Gegenteil.

Forscher an der Southern Illinois University Carbondale arbeiten tatsächlich daran, Essen aus Plastik herzustellen. Und bevor du jetzt das Schlimmste denkst: Nein, es geht nicht darum, dass wir alle bald Plastiktüten knabbern sollen. Die Sache ist actually ziemlich clever.

Zwei Probleme, eine Lösung

Was mich an dieser Forschung sofort begeistert hat: Die Wissenschaftler haben nicht nur ein Problem gelöst, sondern gleich zwei.

Plastikmüll auf der einen Seite — global, riesig, überall. Auf der anderen Seite: weltweiter Nahrungsmangel. Milliarden Menschen haben nicht genug zu essen, während anderswo Berge von Müll entstehen. Die Forscher um Professor Lahiru Jayakody dachten sich: Warum nicht beides zusammen angehen?

Ursprünglich kam die Finanzierung übrigens von der NASA. Die Raumfahrtbehörde suchte nach Wegen, Astronauten auf langen Missionen zu ernähren — wo man schlecht mal eben einen Lieferservice anrufen kann. Stell dir vor, du fliegst Richtung Mars. Monate oder Jahre unterwegs. Was isst du dann?

Und da wird es spannend: Plastik besteht aus langen Ketten von Kohlenstoffmolekülen. Essen auch. Die Frage war nur: Können wir das eine in das andere umwandeln?

Diewinzige Fabrik: Hefe

Der Clou steckt in den Mikroorganismen. Die Forscher nutzen gentechnisch veränderte Hefe — keine komplizierten chemischen Prozesse im Reagenzglas, sondern biologische Produktion.

„Mikroben sind verdammt clever", sagt Jayakody. „Wir nutzen ihre Eigenschaften, um die Probleme zu lösen, die wir geschaffen haben."

Irgendwie beruhigend und gleichzeitig ein bisschen demütig machend, oder? Wir haben ein Riesenproblem verursacht — und nutzen jetzt winzige Organismen, um es wieder hinzubiegen.

So funktioniert's: Zuerst kommen Plastikflaschen und landwirtschaftliche Abfälle wie Maisstroh in ein Verfahren namens oxidatieve hydrothermale Auflösung. Keine Sorge wegen des Fachbegriffs — im Endeffekt wird das Material in kleine Moleküle zerlegt, die die Hefe verdauen kann.

Diese Moleküle werden dann an die programmierte Hefe verfüttert. Und die Hefe macht, was Hefe eben macht: Sie baut die Bausteine zu Proteinen, Fetten, Vitaminen und Aromastoffen um.

Das Endprodukt: µBites

Das Ergebnis nennt sich µBites — „Mikrobissen", weil Wissenschaftler anscheinend kaum an Prefixe können.

Denkt an einen eiweißreichen Keks, hergestellt mit einem 3D-Drucker. Die Forscher können verschiedene Hefestämme einsetzen, um unterschiedliche Zutaten zu produzieren. Ein Stamm erzeugt Vanillearoma aus Pflanzenmaterial. Ein anderer wandelt Plastikbestandteile in Beta-Carotin um — das Vitamin A, das dein Körper braucht.

Noch kommen manche Zutaten wie Stärke, Ballaststoffe und Süßungsmittel von außen. Aber das Team arbeitet daran, auch diese Komponenten von Mikroben produzieren zu lassen. Stell dir vor: Eine Zukunft, in der fast alles in deinem Essen aus winzigen biologischen Fabriken stammt.

Würdest du das wirklich essen?

Die große Frage: Wie schmecken die Dinger?

Ehrliche Antwort: Niemand weiß es bisher. Die Forscher warten noch auf Genehmigungen für offizielle Verkostungstests. Bisher durften Teilnehmer die Cookies nur riechen.

Aber hier wird es interessant: Die meisten sagten, sie würden µBites essen, wenn Nahrung knapp wäre. Klar, oder? Wenn der Hunger groß genug ist, fragt man nicht mehr so genau nach.

Das Team will die Kekse aber auch ohne Existenzbedrohung attraktiv machen. Denn diese Technologie kann nur dann wirklich durchstarten, wenn Leute sie freiwillig essen wollen — nicht nur als letzten Ausweg.

Warum das über das Kuriositätenkabinett hinaus wichtig ist

Ich verstehe, dass die Vorstellung, etwas aus Plastik zu essen, erstmal Ekel auslöst. Total normal.

Aber lass uns kurz zurücktreten.

Diese Technologie könnte für Katastrophengebiete revolutionär sein, für Militäreinsätze, für Gemeinden, die gleichzeitig mit Müll und Hungersnöten kämpfen. Man nehme eine Haftung — all der Plastikmüll auf Deponien und in den Ozeanen — und verwandle sie in einen Vorteil.

Und ja, der Weltraum. Wenn Menschen jemals wirklich lange Reisen zu Mars oder weiter unternehmen, brauchen sie nachhaltige Nahrungsquellen ohne ständige Nachschublieferungen von der Erde.

„Wir entwickeln den Keks zu einem attraktiveren, verbraucherfreundlichen Produkt weiter", erklärt Doktorandin Sandhya Jayasekara, die viele der verwendeten Hefestämme entwickelt hat.

Die Forscher hoffen, dass die Kekse in wenigen Jahren marktreif sein könnten. Ich bin gespannt, wer der Erste ist, der reinbeißt und berichtet, ob das Ergebnis nach normalem Keks schmeckt — oder doch eher nach Zukunft.

In der Zwischenzeit halte ich diesen Bereich ( Wortspiel beabsichtigt) genau im Blick. Manchmal kommen Lösungen für unsere größten Probleme aus den unerwartetsten Ecken — manchmal sogar aus denselben Plastikflaschen, die wir jeden Tag wegwerfen.

Was denkst du? Würdest du so ein Plätzchen probieren, wenn es bedeutet, Plastikmüll zu reduzieren? Ich bin gespannt auf deine Meinung.

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