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Der eine Wordle-Trick, der erklärt, warum wir so selten wirklich clever denken

Der eine Wordle-Trick, der erklärt, warum wir so selten wirklich clever denken

2026-06-19T14:25:21.286534+00:00

Warum du bei Wordle immer verlierst – und was Mathe anders macht

Kurze Beichte: Ich bin süchtig nach Wordle. Jeden Tag dasselbe Ritual – fünf Minuten, maximal. Eigentlich. Dann doch noch eine Runde. Und noch eine.

Dieser kleine grüne Kasten, der sich füllt. Es gibt nichts Befriedigenderes.

Aber jetzt kommt der Haken: Mathematiker haben heimlich eine Strategie entwickelt, die mein gesamtes Herumgerate zu einer Farce macht. Und die Wissenschaft dahinter ist verdammt spannend.

Die seltsame Taktik

Ich dachte immer, gutes Wordle-Spielen heißt: „Welches Wort passt wahrscheinlich hier rein?" Etwas mit vielen Vokalen, gängigen Buchstaben, ein sicherer Tipp eben.

Falsch gedacht.

Forscher Congyu „Peter" Wu von der Binghamton University hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Die beste Strategie hat nichts damit zu tun, die richtige Antwort zu finden. Es geht darum, die meisten Informationen zu sammen.

Klingt verrückt? Lass mich erklären.

Warum Informationstheorie hier reinspielt

Stell dir vor, du tippst „BRAVE" ein und kriegst ein paar gelbe und graue Buchstaben zurück. Was hast du gerade gemacht?

Du hast Möglichkeiten ausgeschlossen.

Genau daran solltest du denken. Die Frage ist nicht „Was ist wahrscheinlich die Lösung?" Sie lautet: „Welcher Buchstabe gibt mir die klarsten Hinweise für alles Weitere?"

Hier kommt Shannon-Entropie ins Spiel. Das ist dieses Konzept aus der Informationstheorie, das misst, wie unsicher etwas ist. Smarte Spieler maximieren ihren „Informationsgewinn" – sie reduzieren die Ungewissheit mit jedem Zug so stark wie möglich.

Das Verrückte daran

Für Normalos wie uns wird es jetzt lustig: Diese Strategie fühlt sich nämlich komisch an. Du rückst nicht schrittweise auf die Lösung zu. Stattdessen nimmst du Umwege, die total kontraintuitiv wirken.

Du könntest ein Wort tippen, das absolut keine Chance hat, die Lösung zu sein – nur weil es dir haufenweise über die Buchstaben verrät, die NICHT vorkommen. Wie eine Frage zu stellen, deren Antwort du eigentlich schon kennst. Nur eben um etwas zu bestätigen.

Donald Stephens, Doktorand im Team, hat das perfekt formuliert: „Ein Versuch muss nicht die wahrscheinlichste Antwort sein. Er muss einfach aufschlussreich sein."

Das hat bei mir ein kleines Licht aufgehen lassen.

Die harten Zahlen

Die Forscher haben ihre Methode mit dem klassischen Ansatz verglichen – also dem guten alten „Nimm viele E, A und R". Hier das Ergebnis:

  • Informationstheorie-Ansatz: 99 % Erfolgsrate
  • Traditionelle Strategie: etwa 90 %

Neunzig Prozent klingt erstmal nicht schlecht. Ehrlich gesagt ist das ungefähr da, wo die meisten von uns mit reiner Intuition landen. Aber diese zusätzlichen neun Prozent? Die kommen aus reiner mathematischer Präzision. Irgendwie befriedigend, oder?

Vom Seminarraum zum Fachartikel

Noch ein Detail, das ich großartig finde: Das ganze Projekt begann als Hausaufgabe. Wu forderte seine Studenten auf, Informationstheorie auf ein echtes Problem anzuwenden. Die haben das dann komplett eskaliert.

Aus einer Uni-Übung wurde eine veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit.

Das erinnert mich daran, dass die besten Entdeckungen manchmal aus einfachen Fragen entstehen – gestellt am richtigen Ort.

Sollte ich jetzt anders spielen?

Ehrlich? Vermutlich nicht. Wenn du wie ich bist, ist Wordle ein kleines Mentaltraining zwischendurch, kein Excel-Spreadsheet-Abenteuer. Separate Programme laufen lassen und Zahlen wälzen? Das tötet irgendwie den Spaß.

Aber die Mathematik dahinter zu verstehen? Das ist absolut faszinierend. Und wer weiß – vielleicht hilft dir dieses Wissen, leicht strategischer zu denken, ohne extra Aufwand.

Wenn du mal feststeckst, frag dich einfach: „Welcher Buchstabe schließt die meisten Möglichkeiten aus?" Diese kleine Gedankenverschiebung könnte schon reichen.

Und hey, jetzt hast du auch einen Partytrick. Du kannst lässig erzählen, dass du von der 99-Prozent-Strategie gelesen hast und wie Informationstheorie Wordle praktisch trivial macht.

Sehr beeindruckend beim Abendessen. Du kannst mir danken.

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