Das Geheimnis der Schlangenbabys: Warum sie sich schon im Ei aufdrehen
Irgendwas stimmt nicht mit meinem Kopf. Ich kann nicht aufhören, an baby Schlangen zu denken. Kleine Embryonen, die sich zusammenrollen — wie spiralförmige Nudeln — bevor sie überhaupt geschlüpft sind. Und jetzt haben Wissenschaftler rausgefunden, warum. Es ist absolut faszinierend.
Es begann mit einer Lockdown-Frage
Hier ist ein Fakt, der euch besser fühlen lässt über das, was ihr während der Pandemie gemacht habt: Während wir alle Brot gebacken haben, stellte sich ein Evolutionsbiologe nachts Fragen über Schlangenembryonen.
Dr. Tetsuto Miyashita fiel etwas auf. In wissenschaftlichen Arbeiten wurden Embryonen immer eingerollt gezeigt. Aber drehten sie sich immer in die gleiche Richtung? Rechts oder links? Niemand hatte das je untersucht.
Er bat seine Studierenden, der Sache nachzugehen. Sie wühlten sich durch Forschungsarbeiten und Museumsdatenbanken, auf der Suche nach Bildern entwickelnder Schlangenembryonen. Und rate mal — sie fanden über 900 Embryonen von 39 verschiedenen Arten.
Das Rätsel der Rechtsdrehung
Was haben sie entdeckt? Jeder einzelne Frühstadium-Embryo rollte sich in die gleiche Richtung ein — nach rechts. Nicht zufällig. Nicht gemischt. Immer rechts.
Das Verrückte: Diese Embryonen hatten noch nicht einmal funktionierende Muskeln. Sie haben sich also nicht bewusst für diese Richtung entschieden. Irgendetwas zwang sie dazu.
Und genau hier machten die Forscher eine Entdeckung, die ehrlich gesagt klingt wie aus einem Science-Fiction-Film.
Der Schlag in die Magengrube (wortwörtlich)
Ein Mitarbeiter nutzte CT-Scans, um die entwickelnden Embryonen unglaublich detailliert zu betrachten. Was er fand, hatte sich die ganze Zeit direkt vor aller Augen versteckt.
Innerhalb des eingerollten Körpers befand sich ein abgelöstes Darmsegment — im Grunde eine Säule aus Darm, die sich vom Rest des sich entwickelnden Körpers gelöst hatte und zwischen Blutgefäßen des Dotters frei herumschwebte.
Kannst du dir das bildlich vorstellen? Ein kleiner Schlangenkörper versucht, immer länger zu wachsen, aber da ist dieser sture Darm, der einfach nicht mithalten will. Der Darm fungiert als Anker, als Leine. Und da der Rest des Körpers weiter wedes — na ja, Physik übernimmt.
Stell dir das so vor
Du hältst einen Gurt oder ein Band, und ein Ende ist fest. Du ziehst das andere Ende immer weiter. Was passiert?
Es knickt. Es verdreht sich. Es rollt sich ein.
Genau das passiert im Inneren eines Schlangenembryos. Der Körper streckt sich schnell (Schlangen brauchen schließlich diese langen Körper), aber der Darm wächst nicht im gleichen Tempo. Also muss der Körper irgendwohin — und dreht sich zur Spirale.
Aber warum immer rechts?
Hier wird es noch cooler. Der Dotter — die Nahrungsquelle des Embryos — liegt immer auf der linken Seite der sich entwickelnden Schlange. Der Körper wird also nach rechts gedrängt, weg vom Dotter.
Deshalb entsteht eine rechtsdrehende Spirale. Die Einrollung bildet sich buchstäblich weg von der Nahrungsquelle.
Dann wird es noch seltsamer
Man würde denken, wenn sie sich einmal eingerollt haben, bleiben sie so, oder? Falsch!
Während sich die Embryonen weiterentwickeln, schrumpft der Dotter und gibt ihnen mehr Bewegungsspielraum. Ihre Muskeln reifen. Und hier wird es richtig spannend: Einige von ihnen rollen sich tatsächlich wieder auf — in die entgegengesetzte Richtung!
Wenn sie kurz vor dem Schlüpfen stehen, ist etwa die Hälfte rechts- und die Hälfte linksgerollt. Die frühe Spirale war keine Entscheidung und kein genetisches Schicksal — es war einfach Physik, die ihren Job erledigte, bevor die Schlange überhaupt ein Wörtchen mitzureden hatte.
Die Spiralen-Obsession der Natur
Die Forscher weisen darauf hin, dass Spiralen überall in der Natur auftauchen — unsere eigenen Eingeweide, Schneckenhäuser, alle möglichen Strukturen. Und Wissenschaftler enthüllen immer noch, wie sich diese Formen bilden.
Es ist fast poetisch. Schlangen haben diesen cleveren Workaround entwickelt, um das Problem zu lösen, einen unmöglich langen Körper in einem winzigen Ei wachsen zu lassen. Sie lösen buchstäblich ein Körperteil ab, um mehr Platz zu schaffen, und akzeptieren eine Verdrehung als Preis dafür.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich werde Schlangenembryonen ab jetzt komplett anders betrachten. Wenn ihr das nächste Mal ein Bild von einem dieser perfekt eingerollten kleinen Schlangenbabys seht, wisst ihr: Ein aufsässiger Darm steckt hinter all dieser Spiralen-Schönheit.
Quelle: ScienceDaily