Mein Rasen. Und eine kleine Revolution.
Ein Viertelmorgen. So groß ist mein Grundstück. Nicht riesig, aber auch nicht winzig. Jahrelang habe ich mich mit unserem alten benzinbetriebenen Monster gequält — dieses Ding, das so laut war, dass die Nachbarn finster guckten, so schwer, dass es auf weichem Untergrund Spuren hinterließ, und so kompliziert, dass ich die Bedienungsanleitung brauchte, um rauszufinden, welcher Hebel was macht.
Dann kam der Greenworks 16-Zoll Akkumäher (Modell LMF417) in mein Leben. Und ehrlich? Mein Verhältnis zum Rasenmähen hat sich verändert.
Erster Eindruck: Klein, aber oho
Als die Lieferung ankam, war ich skeptisch. Das Teil sieht winzig aus. Lächerlich winzig, wenn man es neben das 22-Zoll-Modell stellt, das ich zuvor getestet hatte. Das Mähdeck besteht aus Plastik, die Räder fühlen sich... leicht an, und von einem Selbstantrieb keine Spur.
Aber Moment mal: Für einen kleinen Garten ist das vielleicht gar kein Nachteil.
Ich habe den Mäher über meinen Vorgarten geschoben und — Hand aufs Herz — es hat tatsächlich Spaß gemacht. Kein Ächzen, kein Lehnen bei Steigungen, kein Gefühl, als würde ich mehr Sport treiben als mähen. Das niedrige Gewicht kommt durch das Kunststoffdeck statt Stahl, aber hey, das bedeutet auch, dass ich problemlos um meine Beete manövrieren konnte, ohne mir Sorgen um abgeschürfte Farbe zu machen.
Die nackten Fakten — Was bekommt man?
Dieser kleine Helfer läuft mit einem 40-Volt-Akku mit 4 Amperestunden Kapazität. Zwei Mähmodi stehen zur Wahl: Mulchen und Hecksack-Auffangen. Die Schnitthöhe wird über einen einzelnen Hebel mit fünf Positionen eingestellt, von etwa 3 bis 8,5 Zentimetern.
Der Fangsack fasst um die 45 Liter — klingt nach einer komischen Angabe, aber vertraut mir, das reicht. Er erstreckt sich über nahezu die gesamte Länge des Mähers, und auswechseln geht fix.
Beim Preis liegt man bei etwa 350 Euro Listenpreis, häufig gibt es ihn aber für fast 100 Euro weniger. Für einen Akkumäher eine ordentliche Hausnummer, besonders im Vergleich zu den größeren Modellen, die ich normalerweise teste.
Wo es hapert — Weil Fairness zählt
Keine Rezension ist ehrlich, wenn man nur die Sonnenseite zeigt.
Der Klappmechanismus für den Griff? Vier einzelne Verstellpunkte. Vier! Funktioniert ja, aber fummelig. Ehrlich gesagt gibt es auch keinen Grund, ihn zusammenzuklappen — außer man räumt das Ding für den Winter weg oder lädt es in einen Pickup. Und nochwas: Senkrecht steht der Mäher nicht, also ist vertikale Lagerung tabu.
Der Totmannschalter — dieser Hebel, den man gedrückt hält — ist über längere Sessions nicht der bequemste. Aber hier kommt mein Geheimnis: Meine Mäh-Sessions sind kurz. Fünfzehn Minuten, höchstens zwanzig, dann bin ich fertig. Also kein Drama.
Ach ja, eine Eigenheit: In der Anleitung steht nicht, welche Höhe welche Position tatsächlich hat. Ich habe mich für Position drei entschieden (dachte, so um die 6 Zentimeter), aber verifizieren konnte ich es nicht. Kleine Nervigkeit, aber immerhin.
Und wie mäht er?
Da war ich am gespanntesten — und wurde angenehm überrascht.
Der Akku hat meinen Viertelmorgen plus die Seite des Hauses geschafft, mit noch einem von vier Balken übrig. Greenworks verspricht bis zu einem Drittel Morgen, und nach meinem Test stimmt das recht genau. Wer unter dieser Fläche bleibt, ist auf der sicheren Seite.
Der Fangsack-Modus war ein Gewinner. Saubere Schnitte, einfache Aufnahme der Halme, und der Sack wirkte nie zu klein für die Aufgabe.
Mulchen war... in Ordnung. Besser in dünneren Grasbereichen. In dichteren Partien blieben Klumpen zurück. Ein besonders hartnäckiger Klumpen hat den Motor sogar abgewürgt — war kurz erschreckend. Aber schnell geschüttelt, neu gestartet, und weiter ging's. Nur etwas zum Beobachten, wenn man ein Mulch-Purist ist.
Für wen ist das Ding gedacht?
Wer ein kleines Grundstück hat — unter einem Drittel Morgen — für den ist dieser Mäher ein echter Kandidat. Einfach, leicht, leise (im Ernst, man kann beim Mähen problemlos quatschen) und für die Aufgabe mehr als ausreichend.
Auch als Ergänzung für größere Grundstücke perfekt. Hat man einen Aufsitzmäher, aber kommt in die engen Ecken um die Beete nicht ran? Da springt dieses kleine Teil elegant ein.
Aber wer einen Morgen oder mehr bewältigen muss? Weiter suchen. Die Laufzeit reicht für große Flächen einfach nicht.
Mein Fazit
Ich bin in diese Rezension mit dem Gedanken gegangen: „Kleiner Mäher = mäßige Ergebnisse." Falsch gedacht.
Der Greenworks 16-Zoll will die schweren Geräte nicht ersetzen. Er macht sein eigenes Ding — und das ziemlich gut, in seinem definierten Rahmen. Einfach, leicht, effektiv für kleine Gärten, und deutlich angenehmer in der Handhabung als jeder Benzinmäher, mit dem ich mich je abgemüht habe.
Wenn du auf dem Markt für etwas Kompaktes und Akkubetriebenes bist, könnte das dein nächstes Wochenend-Upgrade sein.