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Dieser Krater auf dem Marsmond könnte endlich verraten, woher er stammt

Dieser Krater auf dem Marsmond könnte endlich verraten, woher er stammt

2026-09-20T09:24:05.092152+00:00

Das Rätsel um Phobos – Mars' geheimnisvoller Mond

Schon mal nach oben geschaut und sich gefragt, was da draußen im All so alles herumschwebt? Mir geht das ständig. Aber wisst ihr, was mich wirklich umhaut? Unser Nachbarplanet Mars hat zwei Monde. Und ehrlich gesagt – wir haben keine Ahnung, wo die beiden herkommen.

Ja, wirklich. Im Jahr 2024 sollte man meinen, dass wir das längst geklärt haben.

Der größere der beiden Marsmonde heißt Phobos. Gerade mal 22 Kilometer misst er durch – ein echter Winzling im Monde-Vergleich. Das Verrückte: Er umrundet den Mars alle 7 Stunden und 39 Minuten. Wenn man also auf dem Mars stehen würde, könnte man Phobos zweimal an einem einzigen Tag auf- und untergehen sehen. Krass, oder?

Aber die eigentliche Frage bleibt: Ist Phobos zusammen mit dem Mars entstanden? Oder wurde er irgendwann eingefangen wie ein herrenloser Asteroid, der durch die Gegend trieb?

Zwei Theorien, ein ewiger Streit

Forscher diskutieren darüber schon seit Jahrzehnten. Die eine Seite glaubt, dass Phobos aus Trümmern entstanden ist – Material, das durch einen gewaltigen Einschlag auf dem Mars vor Milliarden Jahren ins All geschleudert wurde. Diese Bruchstücke hätten sich dann im Laufe der Zeit zu Mars' Monden zusammengeballt.

Die andere Seite ist überzeugt: Phobos war ursprünglich ein Asteroid, der in den Gravitationsfang des Mars geriet. Er wäre also eine Art Kosmisches Waisenkind, das vom Roten Planeten adoptiert wurde.

Beide Ideen haben ihre Berechtigung. Der Streit war bisher ziemlich ausgeglichen. Bis jetzt vielleicht.

Stickney Krater – der Schlüssel zum Rätsel

Denn es gibt etwas Besonderes an Phobos, das den Fall vielleicht endlich lösen könnte: der Stickney Krater. Mit 9 Kilometern Durchmesser ist er gewaltig – besonders wenn man bedenkt, dass der gesamte Mond nur 22 Kilometer misst. Stellt euch einen Krater in der Größe einer kleinen Stadt vor – auf einem Mond, der selbst kaum größer ist als eine Stadt.

Wissenschaftler haben kürzlich auf der Tagung der European Geosciences Union interessante Forschungsergebnisse vorgestellt. Sie nutzen diesen Krater gewissermaßen als Zeitkapsel und Detektivwerkzeug gleichzeitig.

Und zwar so: Wenn Phobos aus diesem Mars-Einschlag entstanden ist, dann müsste der Stickney Krater vor etwa 4,2 Milliarden Jahren entstanden sein. Aber wenn Phobos eingefangen wurde, wäre der einschlag, der den Krater erzeugte, deutlich später passiert – vor rund 2,6 Milliarden Jahren.

Also: Wenn Forscher den Krater und das Material darunter genau untersuchen, könnten sie endlich herausfinden, welche Geschichte stimmt.

Moment mal – Phobos könnte wie ein Schwamm sein?

Jetzt wird's richtig spannend. Ein Einschlag, der groß genug ist, um einen 9-Kilometer-Krater zu erzeugen, müsste einen so kleinen Mond wie Phobos eigentliche komplett zerstören. Stellt euch vor, ihr werft einen Stein auf einen Kieselstein – der Kieselstein müsste zerbersten, oder?

Es sei denn...

Forscher Benjamin Haser hat eine interessante Idee: Phobos könnte überlebt haben, weil er erstaunlich porös und von niedriger Dichte ist. Er vergleicht den Mond mit einem Schwamm, der einen Aufprall abfangen kann, ohne komplett auseinanderzubrechen. Die Energie verteilt sich durch all die kleinen Poren und Hohlräume.

Wenn das stimmt, würde das erklären, warum Phobos einen solchen Zusammenstoß überstehen konnte. Und der Aufprall hätte noch etwas anderes bewirkt: Er hätte das Material unter dem Krater geschmolzen und verdichtet – möglicherweise entsteht dadurch eine Zone höherer Dichte unter der Oberfläche.

Was versteckt sich darunter?

Und genau hier wird es für die Wissenschaftler richtig aufregend. Dieses dichtere Material unter dem Stickney Krater könnte ein subtiles Gravitationssignal erzeugen, das die Forscher messen und nachweisen können. Stellt es euch so vor: Man entdeckt eine verborgene Masse, indem man beobachtet, wie sie an den Dingen um sie herum zieht.

Aktuelle Schätzungen deuten darauf hin, dass Phobos ein poröses Inneres hat – vielleicht sogar mit Wassereis durchsetzt. Zusammen mit der Möglichkeit verdichteten Materials unter der Oberfläche ergibt sich das Bild eines Mondes, der wesentlich komplexer ist als ein einfacher Felsbrocken auf Marsumlaufbahn.

Der größere Zusammenhang

Was mich an dieser Forschung besonders fasziniert: Sie erinnert uns daran, dass selbst unser eigenes Sonnensystem noch unzählige Geheimnisse birgt, die wir längst nicht gelöst haben. Wir haben Rover zum Mars geschickt, sind auf Asteroiden gelandet, haben Teleskope, die tief ins Universum blicken – und doch kennen wir die Herkunftsgeschichte eines Mondes nicht, der direkt neben uns um den Mars kreist.

Diese Unwissenheit hat aber auch etwas Schönes. Sie bedeutet, dass es immer etwas zu entdecken gibt. Immer ein neues Rätsel, das darauf wartet, gelöst zu werden. Und mit neuen Missionen, die geplant werden, und besserer Technologie, die zum Einsatz kommt, könnten wir endlich Antworten auf Fragen bekommen, die Wissenschaftler seit Generationen beschäftigen.

Was meint ihr – sollten wir Missionen priorisieren, um endlich herauszufinden, wo diese seltsamen kleinen Monde herkommen? Ich persönlich würde es lieben, eines Tages ein Raumschiff ganz nah an Phobos heranzubringen. Der Mond könnte uns vielleicht Geheimnisse aus der chaotischen Jugend unseres Sonnensystems verraten, die wir unbedingt wissen wollen.

Das Rätsel um Phobos ist also noch nicht gelöst. Aber wir kommen näher. Und ehrlich gesagt? Das ist schon die halbe Miete.

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