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Dieses komische Geräusch, das jeder hört – hat die Wissenschaft endlich eine Erklärung?

Dieses komische Geräusch, das jeder hört – hat die Wissenschaft endlich eine Erklärung?

2026-06-29T23:00:17.583640+00:00

Das Summen, das niemand hört – außer dir

Stell dir vor: Es ist mitten in der Nacht, alles ist ruhig, und trotzdem ist da dieses tiefe, lästige Brummen. Keine Maschine, kein Verkehr, kein Nachbar. Nur dieses Geräusch, das einfach nicht verschwinden will.

Du bist damit nicht allein.

Alles begann in Bristol

Genau das erlebten in den frühen 1970er Jahren die Bewohner von Bristol in England. Ein merkwürdiges, tiefes Summen machte ihnen zu schaffen. Die üblichen Verdächtigen wurden schnell gefunden: Fabriken, Hochspannungsleitungen, geheime Militärexperimente – und natürlich fliegende Untertassen.

Das Spannende daran? Wenige Jahre später tauchte dasselbe Phänomen in anderen Küstenstädten Englands auf. Dann in London. Und schließlich, einige Jahrzehnte später, in den USA – in New Mexico und Indiana. Heute gibt es so viele Berichte aus aller Welt, dass tatsächlich ein „World Hum Database Project" existiert, das sie alle sammelt.

Die Wissenschaft schaut genauer hin

Forscher aus Deutschland und Norwegen haben sich 28 Menschen vorgeknöpft, die regelmäßig dieses Summen hören. Die Idee: Vielleicht haben diese Menschen einfach außergewöhnlich gute Ohren für tiefe Frequenzen?

Ergebnis: Nur zwei von 28! Damit war die Hypothese vom Supersensor-Ohr vom Tisch.

Auch otoakustische Emissionen konnten sie ausschließen – jene leisen Geräusche, die das Innenohr selbst erzeugt und die manche Menschen tatsächlich hören können.

Die Lösung liegt im Ohr – buchstäblich

Die Forscher, deren Arbeit im Fachblatt PLOS One erschien, kamen zu einem überraschenden Schluss: Wahrscheinlich handelt es sich um sogenannten Tieffrequenz-Tinnitus. Tinnitus kennt jeder als Ohrensausen oder Piepen. Aber das Ohr kann offenbar auch tiefe, brummende Töne erzeugen – und das bei jedem Menschen anders.

Interessant dabei: Wir verstehen das menschliche Gehör im Bereich sehr niedriger Frequenzen noch erstaunlich schlecht. Die Forschung konzentriert sich meist auf die mittleren Bereiche, die für Sprache und Alltagsgeräusche wichtig sind. Die tieffrequenten Töne? Da tappen wir noch im Dunkeln.

Also doch alles eingebildet?

Jetzt wird's philosophisch. Die Forscher sagen nicht, dass es keine externe Schallquelle gibt. Sie sagen nur: Für die meisten Betroffenen spielt ihr eigenes Gehör eine größere Rolle als jeder geheimnisvolle äußere Brummer.

Aber hier wird es wirklich faszinierend: Selbst wenn das Summen größtenteils in unseren eigenen Ohren entsteht, macht das das Erlebnis nicht weniger real. Tinnitus ist keine Einbildung – er ist ein echtes physiologisches Phänomen, das die Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann.

Und irgendwie finde ich die Vorstellung schön: Die Erde summt womöglich bei Frequenzen, für die unsere Ohren nicht gemacht sind – und manche von uns sind empfindlich genug, um es zu hören. Ob da draußen wirklich etwas vibriert, ob unsere Ohren Fehlsignale senden, oder ob es eine Mischung aus beidem ist – das bleibt vorerst offen.

Hast du so etwas schon mal erlebt? Erzähl mir davon in den Kommentaren – ich bin gespannt!

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