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Eine winzige Kröte, die unser Bild vom eiszeitlichen Los Angeles auf den Kopf stellt

Eine winzige Kröte, die unser Bild vom eiszeitlichen Los Angeles auf den Kopf stellt

2026-08-16T21:11:43.859303+00:00

Manchmal passieren die besten Entdeckungen direkt vor unserer Nase

Ich muss euch davon erzählen, denn das ist eine dieser Geschichten, die Wissenschaft richtig cool macht.

Stellt euch vor: Ihr seid Forscher an den berühmten La Brea Teergruben in Los Angeles – dem Ort mit den dramatischen Mammuts und Säbelzahnkatzen. Eigentlich nichts Besonderes, oder?

Doch dann beschließt ihr, euch mal die kleinen Fossilien anzuschauen. Die winzigen Dinger, die niemand so richtig beachtet. Die "langweiligen" Sammlungen, die seit Jahrzehnten in Museumsschubladen stauben.

Und ZACK – ihr entdeckt eine völlig neue Krötenart.

Genau das ist Dr. Alberto Cruz passiert. Und ich finde: Diese Geschichte verdient mehr Aufmerksamkeit.

Spea labreae: Die neue Lieblingskröte der Paläontologie

Die neu identifizierte Scheibenzüngler-Kröte trägt jetzt offiziell den Namen Spea labreae. Das "labreae" kommt natürlich von La Brea – falls ihr euch das gefragt habt.

Was das so besonders macht: Laut Forschern im Journal of Vertebrate Paleontology ist dies die erste jemals neu entdeckte ausgestorbene Amphibienart aus diesem berühmten Fundort.

Das ist wirklich nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die La Brea Teergruben seit über einem Jahrhundert ausgegraben und untersucht werden.

Aber das Beste kommt noch: Die Fossilien waren gar nicht neu ausgegraben worden. Sie hatten seit den 1950ern in der Sammlung gelegen. Dr. Cruz hat einfach nur... hingeschaut. Genauer hingeschaut. Verglichen.

„Ich habe viele Exemplare immer wieder überprüft, bis ich mir sicher war", erzählte Dr. Cruz. „Ich dachte nur: Oh Mann, das ist eine neue Art. Dieses Material stammt ursprünglich aus den 1950ern, aber wenn man es nochmal untersucht, findet man dort echte Schätze. Das ist verdammt cool."

Treffend gesagt.

Warum diese kleine Kröte wichtiger ist, als man denkt

Ich weiß, was ihr denkt: „Ja gut, eine Kröte. Aber was ist mit den großen Mammuts?"

Verstehe ich. Trotzdem wird es jetzt spannend. Während wir alle auf die spektakulären Riesen faszinieren, könnten gerade die kleinen Tierchen – Frösche, Kröten, Salamander – uns viel mehr über die alten Lebensräume verraten.

Der Grund: Amphibien sind erstaunlich empfindlich gegenüber ihrer Umwelt. Sie wandern nicht weit in ihrem Leben, und jede Veränderung bei Temperatur, Regenfall oder Vegetation trifft sie direkt. Das macht sie zu hervorragenden „Klima-Indikatoren" – gewissermaßen die kleinen Wetterstationen der Erdgeschichte.

„Wenn sich die Umwelt verändert, verändert sich die Vegetation, das Klima wird wärmer oder kälter – das betrifft diese Tiere unmittelbar", erklärte Dr. Cruz.

Ein Mammut-Skelett sagt uns: „Großes Säugetier, lebte hier." Ein winziges Kröten-Skelett hingegen kann verraten: „Der Teich war wahrscheinlich saisonal bedingt, die Temperatur lag in diesem Bereich, und die Vegetation sah ungefähr so aus."

Ziemlich detaillierte Informationen von einem Tier, das locker in eure Hand gepasst hätte.

Aber da ist noch mehr

Die Entdeckung hört hier nicht auf. Bei der Untersuchung der Sammlungen fanden die Forscher außerdem den ersten bekannten Nachweis des Mexikanischen Grabfrosches (Rhinophrynus) im Südwesten der USA.

Und jetzt kommt das Verrückte: Diese Frösche leben heute nowhere near Los Angeles. Ihre nächsten heutigen Populationen sind fast 2.500 Kilometer entfernt.

Das bedeutet: Das Klima im eiszeitlichen Los Angeles war grundlegend anders als heute – anders genug, um Amphibien zu beherbergen, die heute nur viel weiter im Süden vorkommen.

Die Moral von der Geschichte? Weiter gucken

Dr. Emily Lindsey, Kuratorin am Samuel Oschin Global Center for Ice Age Research bei La Brea, brachte es auf den Punkt:

„Es gibt definitiv noch mehr zu entdecken."

Dieser Satz gefällt mir. Nach einem Jahrhundert Ausgrabungen, nach unzähligen Studien dieser ikonischen Teergruben – wir können immer noch neue Arten in staubigen Museumssammlungen finden. Wissenschaft ist nicht nur darum, neue Dinge auszugraben. Manchmal geht es darum, das, was wir bereits haben, mit frischem Blick zu betrachten.

Wenn also demnächst jemand behauptet, alle großen Entdeckungen seien bereits gemacht worden: Erzählt ihnen diese Geschichte. Es gibt immer noch unglaublich viel zu lernen. Manchmal muss man nur genauer auf die kleinen Dinge achten.

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