Wenn der Neue plötzlich der Erfahrene ist
Also, ich sag mal ganz ehrlich: Wenn ich an Rasenmäher denke, dann war Honda immer diese Marke, die einfach funktioniert. Benzinbetrieben, zuverlässig, das Gerät, dem mein Vater blind vertraut hätte.
Umso überraschter war ich, als ich mich durch einen aktuellen Vergleich zwischen Hondas neuem akkubetriebenem HRX-BE und dem Ego Power+ LM2206 gearbeitet habe — und dabei auf etwas Erstaunliches gestoßen bin: Ego ist tatsächlich schon länger im Geschäft mit kabellosen Mähern als Honda.
Das ist doch mal ein Twist!
Honda hat neuerdings den Verkauf von Benzinmähern eingestellt und taucht jetzt zum ersten Mal in den Akku-Markt ein. Ego hingegen feilt seit Jahren an seinen elektrischen Mähern. Das ist ungefähr so, als würde ein erfahrener Football-Profi versuchen, Basketball zu lernen — von jemandem, der damit auf dem Hinterhof aufgewachsen ist.
Der Preis: Gleiche Zahlen, unterschiedliche Geschichten
Beide Mäher bewegen sich so um die 1.300 Euro, was für die meisten von uns nun wirklich kein Pappenstiel ist. Aber hier wird es spannend — Ego bietet häufig Deals an, bei denen ein zweiter Akku mit dabei ist, während Honda selten mit solchen Angeboten winkt.
Für so eine Summe kauft man nicht einfach nur einen Mäher. Man investiert in ein ganzes System. Und genau da wird Ego für mich richtig interessant...
Ein Akku für alles
Das ist der Punkt, der mich an Egos Konzept wirklich überzeugt hat. Dieser 56-Volt-Akku, der den Mäher antreibt? Er funktioniert auch mit der gesamten Palette an kabellosen Gartenwerkzeugen von Ego. Rasentrimmer? Ja. Laubbläser? Klar. Heckenschere? Versteht sich.
Statt also eine Garage voller unterschiedlicher Akkus und Ladegeräte zu haben, könnte man theoretisch den ganzen Garten mit zwei oder drei Akkus betreiben, die man zwischen den Geräten wechselt. Das hat schon fast etwas Eleganzes.
Honda kann damit momentan nicht wirklich punkten — noch nicht. Die sind im Elektrowerkzeug-Bereich ganz am Anfang, da ist das Akku-Ökosystem noch im Aufbau.
Schnittleistung: Da hat Honda richtig was drauf
Was ich so nicht erwartet hatte: Wenn es ums eigentliche Mähen geht, konnte Honda locker mithalten. Beide Mäher arbeiten mit Zwei-Klingen-Systemen, und der HRX-BE lieferte auch bei überwuchertem Rasen hervorragende Ergebnisse. Die eingebaute Mulchklappe (keine verlorenen Stopfen!) und die Option für Heckauswurf waren durchdachte Details, die Egos Seitenentleerung tatsächlich überlegen sind.
Denn mal ehrlich — nichts zerstört ein Blumenbeet schneller als herausgeschleuderte Grasschnitt-Reste.
Aber dann kommt das Design...
Und hier wird es für Honda ein bisschen peinlich, und ich sag das mit echtem Mitgefühl. Die Designabteilung scheint beim Motorgehäuse und dem dualen Akkuschacht das Motto „größer ist besser" etwas zu wörtlich genommen zu haben.
Das Gehäuse ist gewaltig. Die Akkuklappe bleibt nicht von selbst offen, was das Einlegen umständlich macht. Und das Beste: Man kann diesen Mäher nicht aufrecht hinstellen.
Ich weiß, das klingt nach Kleinigkeit. Aber wenn man wie die meisten von uns eine enge Garage hat, dann kann vertikale Lagerung echten Platz sparen. Egos Mäher lässt sich zusammenklappen, arretiert und kann stehend verstaut werden. So ein kleines Detail, das Honda offenbar übersehen hat.
Mein Fazit
Was mich immer wieder zurückbringt: Honda gibt sich Mühe. Die betreten einen neuen Markt und lernen dabei. Aber Ego hatte Jahre Zeit, seinen Ansatz zu verfeinern — und das sieht man.
Der HRX-BE ist wahrlich kein schlechter Mäher. Die Schnittleistung ist wirklich erstklassig. Aber wenn man die Leute dazu bringen will, 1.300 Euro auszugeben, dann zählen die kleinen Dinge. Die umständliche Akkufach-Konstruktion. Die Klappe, die nicht offen bleibt. Keine Möglichkeit für vertikale Lagerung.
Und Egos Touch-Drive-System — bei dem man den Selbstantrieb aktiviert, indem man einfach die Hände auf den Griff legt, statt einen Hebel zu drücken — war tatsächlich angenehmer in der Benutzung.
Wenn es drum geht, in dieser Preisklasse zu kaufen, würde ich eher zu Ego tendieren. Nicht weil Honda schlecht ist, sondern weil Ego die Zeit hatte, das komplette Nutzererlebnis durchzudenken — vom Schnitt über die Lagerung bis hin zur Akku-Kompatibilität mit anderen Werkzeugen.
Honda wird wahrscheinlich aufholen. Die haben das technische Know-how. Aber im Moment? Der Neuling benimmt sich wie der Veteran, und der Veteran findet sich noch in dieser neuen elektrischen Welt zurecht.
Was meint ihr? Würdet ihr vom Benziner auf Akku umsteigen? Oder hält der alte Benzinmäher so lange durch, wie es nur geht? Ich bin gespannt auf eure Gedanken!
Quelle: Popular Mechanics - Cordless Lawn Mower Review: Honda vs. Ego Power+