Der Fernseher, der sich als Kunstwerk tarnt
Hier ist etwas, das mich wirklich begeistert, wenn ich darüber nachdenke, wohin die Fernsehtechnik sich entwickelt: Fernseher, die überhaupt nicht wie Fernseher aussehen.
Ja, ich weiß — das klingt nach einer dieser Tech-Ideen, die in einer Präsentation großartig wirken, aber im echten Leben dann doch enttäuschen. Aber hört mir zu, denn die neueste Generation der „Kunst-Display"-Fernseher ist verdammt gut geworden. Unangenehm gut darin, so zu tun, als wären sie keine Elektronik.
Samsung The Frame: Der Pionier unter den getarnten Fernsehern
Samsung ist seit 2017 bei diesem Konzept dabei, und ehrlich gesagt, hat sich das Gerät zu etwas wirklich Beeindruckendem entwickelt. Das 2025er-Modell ist der aktuelle Maßstab, und hier ist, warum ich immer wieder darauf zurückkomme:
Das Geheimnis ist diese matte Beschichtung, die sie entwickelt haben. Ihr kennt das Problem: Normale Bildschirme werden zum Spiegel, sobald ein Fenster hinter euch ist. The Frame lacht darüber. Die entspiegelte Oberfläche streut das Licht so, dass alles auf dem Bildschirm — ob Dokumentation oder Monet-Druck — aussieht, als wäre es direkt auf Leinwand gemalt.
Und die Smart-Funktionen sind tatsächlich praktisch, keine Spielereien. Ein Bewegungssensor erkennt, wenn ihr den Raum betretet, aktiviert den Kunst-Modus und dimmt herunter, wenn ihr geht. Eure Stromrechnung wird es euch danken.
Jetzt kommt der weniger spaßige Teil: das Abonnement. Samsungs Art Store mit Zugang zu über 2.000 Werken kostet etwa 10–15 Euro im Monat, je nach Region. Und die stylischen anpassbaren Rahmen, die alle wollen? Die kosten extra — zwischen 100 und 200 Euro. Ihr zahlt also ordentlich drauf für das „Mein Fernseher ist heimlich Kunst"-Erlebnis.
TCL Nxtvision: Das Schnäppchen unter den Kunststudenten
Wenn The Frame dem Auftrag eines Galerieschaffenden gleicht, dann ist TCLs Nxtvision eher ein Fund auf dem Flohmarkt. Deutlich günstiger, und mal ehrlich? Die Daten können sich sehen lassen.
Das Ding ist nur 2,8 Zentimeter dünn — dünner als die meisten Bilderrahmen an euren Wänden. Der entspiegelte Bildschirm erzeugt diesen papierartigen Look, der Kunstwerke greifbar statt digital wirken lässt. Und hier wurde TCL kreativ: KI-generierte Kunstwerke. Ihr tippt eine Anfrage ein und lasst euch maßgeschneiderte Stücke direkt auf dem Fernseher erstellen. „Könnt ihr mir einen Sonnenuntergang über Bergen im Stil eines japanischen Holzschnitts machen?" Das Gerät gibt sein Bestes.
Der Haken? Es ist nicht VESA-kompatibel, was bedeutet, dass eure Standard-Wandhalterungen nicht passen. Ihr seid an ihre proprietäre Halterung gebunden. Für die meisten probably kein Problem. Für die Hardcore-Montage-Enthusiasten da draußen? Dann eher nicht.
Hisense CanvasTV: Der goldene Mittelweg
Hisense spielt hier die Mittelklasse, und sie treffen damit genau den Nerv vieler Leute.
Der CanvasTV (ihr S7N-Modell) hat dieses matte Display, das Gemälde wirklich malerisch wirken lässt, und das magnetische Rahmensystem ist wirklich durchdacht. Ihr wollt von Teakholz auf etwas anderes wechseln, das zu eurer neuen Einrichtung passt? Rahmen abnehmen, neuen draufklicken. Kein Werkzeug, kein Theater.
Die 144-Hz-Bildwiederholrate und Gaming-Features bedeuten, dass dieses Gerät nicht nur hübsch dasteht, wenn ihr nichts schaut — es ist auch ein ordentlicher Fernseher zum Zocken oder Sportgucken. Für diesen Preis genau das, was die meisten Leute suchen.
Der Nachteil? Es gibt ihn nur in 55 und 65 Zoll. Also wenn ihr einen winzigen Raum oder eine riesige Wand habt, seid ihr leider außen vor.
LG G5: Der „Ist das etwa ein Fernseher?"-Tipp
Hier meine Meinung: Wenn euch die Galerie-Ästhetik gefällt, aber ihr die eigentlichen Kunst-Modus-Funktionen nicht braucht, könnte der LG G5 eure beste Wahl sein.
OLED-Technologie liefert einfach Bilder, die besser aussehen. Perfekte Schwärzen, Farben, die platzen, jener unendliche Kontrast, der alles dreidimensional wirken lässt. Der G5 hat eines der besten OLED-Panels überhaupt, mit cleverem Engineering, das die Helligkeit verbessert — traditionell OLEDs Schwachstelle.
Die Rahmen sind so dünn, dass sie praktisch unsichtbar sind, und mit nur 2,5 Zentimetern Dicke ohne Standfuß schmiegt er sich wunderschön an die Wand. Ihr bekommt nicht Samsungs Kunstgalerie-Modus, aber einen Fernseher, der schick und minimalistisch wirkt, wenn er einfach nur da steht.
Der Haken? Helle Räume sind immer noch ein Problem. OLED-Panels können etwas ausgewaschen wirken, wenn direktes Sonnenlicht darauf fällt. Also vielleicht nicht die beste Wahl für das lichtdurchflutete Wohnzimmer mit deckenhohen Fenstern.
Der größere Zusammenhang
Was hier eigentlich passiert: Hersteller haben kapiert, dass Fernseher heutzutage ständig laufen. Streaming bedeutet keine leeren Bildschirme mehr. Aber all die Stunden, in denen ihr gerade nichts schaut? Euer riesiges schwarzes Rechteck steht einfach da. Und urteilt.
Das Kunst-Display-Konzept löst das. Euer Fernseher wird Teil der Wohnungseinrichtung, selbst wenn er „aus" ist. Und ich glaube, das werden wir immer häufiger sehen. Je günstiger und dünner Bildschirme werden, desto größer wird die Kategorie der „Lifestyle-Fernseher".
Ob ihr euch für das Premium-Modell von The Frame entscheidet, den sparsamen Nxtvision wählt oder mit Hisense irgendwo dazwischen landet — die Ära des Fernsehers, der nicht wie ein Fernseher aussieht, ist da. Und euer Wohnzimmer wird es euch wahrscheinlich danken.
Was meint ihr? Würdet ihr extra bezahlen für einen Fernseher, der sich als Kunst ausgibt, oder ist das alles etwas zu sehr „Tech-Bro trifft Innenarchitekt" für euren Geschmack?