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Forscher entdecken putzige Tiefsee-Oktopus – und brauchen Tricks für die Untersuchung

Forscher entdecken putzige Tiefsee-Oktopus – und brauchen Tricks für die Untersuchung

2026-05-25T06:31:30.394085+00:00

Ein winziges blaues Rätsel aus der Tiefsee

Stell dir vor, du steuerst ein Unterwasser-Roboter und plötzlich leuchtet etwas ganz Kleinblaues vor dir. Ein Tier, kaum größer als ein Golfball, mitten im dunklen Schlamm. Genau das passierte 2015 vor Darwin Island in den Galápagos.

Die Region ist berühmt für ihre seltsamen Tiere. Riesenschildkröten, Meerechsen – und jetzt auch noch ein winziger blauer Oktopus.

Drei Tiere, ein Roboter, eine Expedition

Während einer Tiefsee-Fahrt entdeckte ein ferngesteuertes Fahrzeug gleich drei dieser seltenen Kraken. Ein Exemplar wurde geborgen und zur Charles Darwin Research Station gebracht. Die Forscher merkten sofort: Das sieht anders aus als alles, was sie bisher hatten. Sie schickten Fotos an Janet Voight vom Field Museum in Chicago. Ihre Antwort: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Nur ein Exemplar – und keine Lust, es zu zerstören

Normalerweise müsste man ein neues Tier sezieren, um es genau zu beschreiben. Beißwerkzeuge, Organe, feine Strukturen – alles muss man anschauen. Doch hier gab es nur ein einziges Exemplar. Voight wollte es nicht zerstören.

Mikro-CT statt Skalpell

Die Lösung kam aus dem CT-Labor des Museums. Mit hochauflösenden Röntgenaufnahmen erstellte Stephanie Smith ein detailliertes 3D-Modell des ganzen Tieres. Ohne es zu öffnen. Alles war sichtbar: der Schnabel, die Organe, selbst winzige Knorpel. „Es fühlt sich an, als würde man etwas sehen, das noch kein Mensch je gesehen hat“, sagt Smith.

Ein neuer Name für einen neuen Kraken

Das Tier heißt jetzt Microeledone galapagensis. Für Voight, die seit über vierzig Jahren Oktopusse erforscht, war es das erste Mal, dass sie eine neue Art offiziell beschrieb.

Mehr als nur eine Kuriosität

Der Fund zeigt vor allem eines: Wir kennen unsere Ozeane kaum. Diese Kraken leben so tief, dass sie fast niemand je zu Gesicht bekommt. Die Pazifische See allein ist größer als alle Landflächen der Erde zusammen. Wer weiß, wie viele Arten dort unten noch warten?

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