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Forscher züchten Alge, die Milliarden Menschen mit Vitamin B12 versorgen könnte

Forscher züchten Alge, die Milliarden Menschen mit Vitamin B12 versorgen könnte

2026-08-31T09:34:40.862997+00:00

Spirulina bekommt ein Upgrade – und zwar ordentlich

Ich muss euch etwas erzählen, das mich wirklich vom Hocker gehauen hat. Forscher haben etwas geschafft, das die Ernährungswelt ordentlich aufmischen könnte.

Kennt ihr Spirulina? Dieses blau-grüne Algenzeug, das überall als Superfood angepriesen wird? Ja, genau das. Aber da gibt es ein Problem, das jahrelang unter dem Radar geflogen ist.

Der kleine Haken beim Superfood

Normale Spirulina enthält sogenanntes Pseudo-Vitamin B12. Sieht ähnlich aus, funktioniert aber nicht. Unser Körper kann damit herzlich wenig anfangen. Sprich: Millionen Menschen schlucken Spirulina-Tabletten in der Annahme, etwas für ihre B12-Versorgung zu tun – und bekommen faktisch kaum etwas davon ab.

Bis jetzt.

Das Team aus Israel und Europa

Forscher der Reichman University haben gemeinsam mit Kollegen aus Island, Dänemark und Österreich genau dieses Problem geknackt. Wie? Durch sogenanntes "Photonen-Management". Sie haben die Lichtbedingungen beim Anbau verändert und die Spirulina damit dazu gebracht, echtes, aktives Vitamin B12 zu produzieren.

Und zwar ordentlich viel. Die Werte liegen bei 1,64 Mikrogramm pro 100 Gramm Spirulina. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Rindfleisch bringt es auf gerade mal 0,7 bis 1,5 Mikrogramm.

Warum ist B12 so wichtig?

Vitamin B12 ist kein Randthema. Es ist essenziell für die Blutbildung und das Nervensystem. Das Schwere daran: Unser Körper kann es nicht selbst herstellen. Wir sind auf Nahrung angewiesen – traditionell Fleisch und Milchprodukte.

Das Problem: Weltweit haben über eine Milliarde Menschen einen B12-Mangel. Und ja, Tierhaltung hat einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck.

Spirulina war schon immer nachhaltig – jetzt auch nährstofftechnisch vollwertig

Spirulina gilt schon lange als einer der ressourcenschonendsten Lebensrohstoffe überhaupt. Schnelles Wachstum, wenig Platz, geringer Wasserverbrauch. Aber der B12-Mangel machte sie als zuverlässige B12-Quelle unbrauchbar.

Das hat sich geändert.

Was wäre, wenn?

Die Forscher haben durchgespielt, was passieren könnte, wenn diese Technologie hochskaliert wird. Ein Szenario für Island: Würde ein Teil der industriellen Stromerzeugung umgelenkt, könnten jährlich fast 278.000 Tonnen Spirulina produziert werden. Genug, um über 13 Millionen Kleinkindern ihren täglichen B12-Bedarf zu decken.

Ambitioniertere Szenarien kommen auf 26 Millionen oder mehr.

Klar, das sind Hochrechnungen, keine aktuelle Realität. Bis zur breiten Markteinführung ist noch ein Weg.

Das große Bild

Was mich an der ganzen Sache am meisten fasziniert: Wir steuern auf eine Zeit zu, in der wir Nahrung nicht mehr nur anbauen, sondern Mikroorganismen gezielt darauf programmieren, uns exakt die Nährstoffe zu liefern, die wir brauchen. Licht, Biotechnologie, clevere Konstruktion – zusammen ergibt das etwas, das vorher unlösbar schien.

Natürlich wird Spirulina nicht morgen das Schnitzel auf unserem Teller ersetzen. Aber als Werkzeug gegen B12-Mangel – gerade in Regionen, wo industrielle Tierhaltung weder praktisch noch ökologisch sinnvoll ist – könnte das hier eine wirklich transformative Entwicklung sein.

Ich bleibe auf jeden Fall dran. Manche wissenschaftlichen Durchbrüche fühlen sich abstrakt und weit weg an. Dieser hier nicht. Das hier könnte relativ bald in Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln oder Ernährungsprogrammen landen.

Was meint ihr? Würdet ihr technisch optimierte Spirulina in euren Speiseplan aufnehmen, wenn es eine nachhaltigere B12-Quelle wäre?

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