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Geheimnis der Geisterkrüge: Was in den Steinkrügen von Laos wirklich steckt

Geheimnis der Geisterkrüge: Was in den Steinkrügen von Laos wirklich steckt

2026-05-21T12:02:14.143655+00:00

Die Steinkrüge von Laos – Ein uraltes Rätsel löst sich

Stell dir vor, du stehst auf einer abgelegenen Hochebene in Laos. Überall um dich herum liegen riesige Steingefäße verstreut, manche so groß wie Autos. Der Ort heißt Ebene der Steinkrüge und gilt seit Jahrzehnten als eines der geheimnisvollsten archäologischen Gebiete Südostasiens.

Lange Zeit blieb unklar, wozu diese Krüge dienten. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Gefährliche Grabungen

Die Ausgrabungen sind besonders schwierig. Noch immer liegen aus dem Vietnamkrieg Millionen unentdeckter Bomben im Boden. Jeder Spatenstich birgt Gefahr. Trotzdem wagten Forscher eine vorsichtige Ausgrabung bei Phonsavan.

Was sie fanden

Im Inneren eines großen Kruges stießen sie auf menschliche Knochen von mindestens 37 Personen. Die Radiokarbon-Datierung zeigte: Die Menschen starben nicht gleichzeitig. Ihre Lebenszeiten erstreckten sich über rund 270 Jahre.

Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Krüge Teil eines mehrstufigen Bestattungsrituals waren. Zuerst wurden die Toten in kleineren Gefäßen anderswo dekomponiert. Später sammelte man die Knochen und legte sie in diese großen Steinkrüge. Mehrere Generationen einer Familie sollen dieselben Gefäße genutzt haben.

Manche Krüge blieben leer. Das passt zum Ablauf – sie dienten nicht immer als Endstation.

Älter als gedacht

Die neuen Daten überraschen. Ursprünglich dachte man, die Krüge stammten aus der Eisenzeit. Tatsächlich wurden sie aber zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert benutzt. Das ändert die Chronologie der Region.

Fernhandel im Hochland

Besonders spannend war der Inhalt neben den Knochen. Forscher fanden 20 Glas­perlen, die aus Indien und Mesopotamien stammen. Auch Keramikscherben, ein Bronzegeläut und ein Eisenmesser lagen im Krug. Die Perlen beweisen: Die Menschen im fernen Laotischen Hochland hatten schon vor 1.000 Jahren Verbindungen über Tausende Kilometer.

Was noch offen bleibt

Die Krüge selbst könnten schon früher entstanden sein. Wer sie baute, warum es über 2.100 Stück gibt und wie der genaue Ablauf war – das bleibt unklar. Trotzdem zeigt die neue Studie, wie Menschen vor 1.000 Jahren ihre Toten ehrten und mit fernen Regionen in Austausch standen.

Die Arbeit geht weiter. Bei jeder neuen, vorsichtig geöffneten Krüge stoßen Forscher auf weitere Hinweise – und vielleicht auf noch mehr Geheimnisse.

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