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Haltet euch fest – El Niño könnte zurückkehren, und NASA hat ein Auge darauf

Haltet euch fest – El Niño könnte zurückkehren, und NASA hat ein Auge darauf

2026-07-03T05:19:25.177483+00:00

Der Thermometer des Ozeans

Mal ehrlich – ist das nicht faszinierend? Forscher können El Niño buchstäblich beim Entstehen zusehen. Und zwar nicht vom Schiff aus oder mit Bojen im Wasser, sondern direkt aus dem All.

Ein Auge auf den Pazifik

Das NASA's Sentinel-6 Michael Freilich Satellit – der Name klingt tatsächlich wie ein Charakter aus einem Science-Fiction-Film – überwacht den Pazifik mit beeindruckender Präzision. Der Name ist übrigens eine Hommage an Michael Freilich, einen einflussreichen NASA-Ozeanografen.

Und lately, dieser Satellit hat etwas entdeckt, das die Wissenschaft aufhorchen lässt: ein gewaltiges Gebiet ungewöhnlich warmen Wassers vor der Küste Südamerikas. Die Temperaturen und Meeresspiegelwerte liegen messbar über dem Durchschnitt.

Die Genauigkeit ist wirklich erstaunlich. Aus etwa 1.300 Kilometern Höhe kann der Satellit Höhenunterschiede erkennen, die kleiner als ein Zentimeter sind. Fast wie ein Weltraum-ThERMOMETER für unseren Planeten.

Kelvin-Wellen? Klingt kompliziert, ist es aber nicht

Jetzt wird es richtig spannend. Dieses Warming hängt mit sogenannten Kelvin-Wellen zusammen. Keine Sorge – das erkläre ich einfach.

Stell dir vor, du wirfst einen Stein in einen See. Die Wellen breiten sich kreisförmig aus und laufen über die gesamte Wasseroberfläche. Kelvin-Wellen funktionieren ähnlich, nur gigantischer – mehrere Hundert Kilometer breit über den gesamten Pazifik.

Entstehen tun sie, wenn die Windsysteme über dem westlichen Pazifik ihre Richtung umkehren. Normalerweise weht dort ein beständiger Westwind. Wenn dieser Wind plötzlich aus der anderen Richtung bläst, kann das warme Oberflächenwasser, das sich im Westpazifik gestaut hat, zurück in Richtung Südamerika strömen.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Kommen mehrere Kelvin-Wellen hintereinander über mehrere Monate, kann sich El Niño entwickeln. Das warme Wasser türmt sich an den Küsten von Peru, Ecuador und Kolumbien auf – und schon haben wir einen El-Niño-Ereignis.

Warum sollte uns das interessieren?

Mag sein, dass du denkst: "Na und? Der Ozean ist etwas wärmer."

Aber El Niño ist keine Kleinigkeit. Er verändert die Wettermuster auf dem ganzen Planeten. Wir sprechen von:

  • Dürren in manchen Regionen, während andere im Wasser versinken
  • Verschiebungen im Jetstream, die Sturmtrassen komplett umlenken
  • Kettenreaktionen für Landwirtschaft, Wasserversorgung und sogar Transportwege

Ozean und Atmosphäre sind wie zwei beste Freunde, die ständig miteinander reden. Wenn die Meeresoberfläche im östlichen Pazifik wärmer wird, verändert das das Verhalten der Atmosphäre. Und diese Veränderung pflanzt sich fort – bis zu Wetterereignissen Tausende Kilometer entfernt.

Manche El-Niño-Ereignisse sind schwach und betreffen hauptsächlich den tropischen Pazifik. Aber die großen? Die Ereignisse von 1997-98 und 2015-16 verursachten Dürren in Afrika, Überschwemmungen in Kalifornien und brachten Ökosysteme sowie Volkswirtschaften weltweit durcheinander.

Die Vorhersage? Abwarten

Die ehrliche Antwort der Wissenschaftler: Wir wissen noch nicht, wie stark dieses El Niño ausfallen wird.

"Es holt auf", sagt Josh Willis, Meeresspiegelforscher am NASA Jet Propulsion Laboratory. "Wir werden sehen, wie groß es wird."

El Niño erreicht typischerweise seinen Höhepunkt zwischen November und Januar. Wir haben also noch einige Monate, bis das volle Bild sichtbar wird. Aber die Zeichen sind da – und NASA behält alles im Blick.

Was mich an dieser ganzen Geschichte wirklich fasziniert: Wir nutzen Technologie, um praktisch die Vitalzeichen unseres Planeten zu messen. Wir warten nicht passiv darauf, bis El Niño eintrifft. Nein – wir verfolgen seinen Puls, messen seine Temperatur und beobachten seine Reise über den Ozean in nahezu Echtzeit.

Das ist doch bemerkenswert, oder?

Was machen wir mit diesem Wissen?

Für die meisten von uns heißt das: informiert bleiben und die unglaubliche Technik bewundern, die solches planetares Monitoring ermöglicht.

Aber für Landwirte, Wasserwirtschaftler, Katastrophenschützer und politische Entscheidungsträger ist dieses Wissen bares Geld wert. Je früher wir von möglichen Wetterextremen erfahren, desto besser können wir uns vorbereiten.

Die Sentinel-6 Mission beobachtet unsere Ozeane seit 2020. Sie ist Teil einer längeren Datenreihe, die bis 1992 zurückreicht. Über drei Jahrzehnte also, in denen Forscher Meeresspiegel und Ozeantemperaturen im Auge behalten. Wir beobachten buchstäblich, wie die Klimageschichte unseres Planeten sich entfaltet – Datensatz für Datensatz, Satellitenüberflug für Satellitenüberflug.

Also, wenn du das nächste Mal hörst, dass El Niño irgendwo auf der Welt das Wetter beeinflusst, denk daran: Irgendwo im Weltraum hilft uns ein Satellit, der nach einem NASA-Wissenschaftler benannt ist, dabei, das Coming zu sehen.

Ziemlich cool, oder?


Quelle: NASA/ScienceDaily

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