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Ich habe eine Brille mit einem 200-Zoll-Display getestet — und das kam dabei heraus

2026-07-18T21:18:30.285277+00:00

RayNeo Air 4 Pro im Test: Dein eigenes Kino auf der Nase

Stell dir vor: Du sitzt in einem überfüllten Flieger, sechs Stunden Flug liegen vor dir, und du versuchst verzweifelt, einen Film auf deinem Handy zu gucken. Neben dir klammert sich jemand an sein eigenes Display. Nicht gerade prickelnd, oder?

Jetzt stell dir dasselbe Szenario vor — aber du hast eine Brille auf, die dir ein 200-Zoll-IMAX direkt vor die Augen zaubert. Und niemand sonst sieht davon auch nur ein Pixel.

Genau das versprechen die RayNeo Air 4 Pro.

Nachdem ich die Dinger eine Weile auf der Nase hatte, kann ich dir sagen: Diese Technik wird verdammt beeindruckend. Aber es gibt einen Haken, der mir fast die ganze Freude verdorben hätte.

Lass mich das aufschlüsseln.

Die Idee: Überallprivates Kino

Im Grunde funktioniert das so: Brille aufsetzen, und plötzlich schwebt ein riesiges virtuelles Display vor dir in der Luft. Ein Fernseher, den niemand außer dir sieht.

Das Besondere an der Air 4 Pro: Sie ist die erste XR-Brille mit HDR10-Unterstützung. Heißt übersetzt: Der Bildschirm kann mehr Farben und Helligkeitsstufen darstellen. Wenn du in einem Film helle Explosionen neben tiefen Schatten siehst, macht HDR beide gleichermaßen gut.

Technisch geht's auch ordentlich zu: 1080p pro Auge, flüssige 120 Hertz (super für Games oder einfach smoothes Scrollen), und Micro-OLED-Displays, die mit ihren sattenschwarzen Kontrasten Bilder zum Leben erwecken.

Was du wirklich erwarten kannst

Als ich die Brille das erste Mal aufgesetzt und YouTube-Videos geguckt habe, musste ich tatsächlich laut "Boah" sagen. Es fühlt sich wirklich an wie in einem privaten Kinosaal. Farben knallen, Texte sind messerscharf, und diese OLED-Magie lässt alles lebendig wirken.

RayNeo gibt an, das virtuelle Display entspricht einem 201-Zoll-Bildschirm aus etwa sechs Metern Entfernung. Für mich fühlte sich das genau so an — angenehm groß, immersiv, und meilenweit besser als auf ein Handy-Display zu starren.

Für Arbeit gibt's ne Windows-App, mit der du mehrere virtuelle Monitore um dich herum arrangieren kannst. Praktisch, wenn du viel Bildschirmfläche brauchst, aber keinen echten Monitor mitschleppen willst.

Du kannst die Gläser auch abdunkeln, um die Umgebung auszublenden. Weniger Umgebungslicht heißt: Das Bild sieht noch besser aus.

Das Positive, das Negative und der Akku-Hunger

Jetzt wird's ehrlich. Die Einrichtung ist angenehm simpel — ein USB-C-Kabel, ranstecken, fertig. Keine komplizierten Apps, keine Konfiguration. Das hat mir gefallen.

Aber.

Diese Brille frisst Akku wie nichts. Während einer Stunde Streaming hat mein Handy etwa 20 Prozent seiner Batterie allein für die Brille verloren. Für nen langen Flug? Da brauchst du definitiv eine Powerbank oder eine Steckdose in der Nähe.

Und dann ist da noch der Tragekomfort. Das Gestell ist breit, die Bügel sind klobig, und das Ganze lastet schwer auf der Nase. Nach einer Weile merkt man das deutlich. Für einen Film ist das okay, aber stundenlang am Stück? Da würde ich Pausen einlegen.

Die Lautsprecher — übrigens von Bang & Olufsen abgestimmt — klingen für offene Ohrhörer erstaunlich gut. Kleine Schallröhrchen, die du dranclipsen kannst, helfen, den Sound gezielter zu deinen Ohren zu leiten und reduzieren dabei auch noch die Geräuschbelästigung für Leute um dich herum. Nette Idee.

Lohnt sich das?

Wenn du viel reist, pendelst oder einfach unterwegs Medien auf eine immersive Art konsumieren willst, dann ja — die Brille ist tatsächlich cool. Die Bildqualität beeindruckt, und das ganze Konzept fühlt sich an wie ein Ausblick in eine Zukunft, in der wir alle von schwebenden Riesenbildschirmen umgeben sind.

Aber dieser Akku-Hunger und der etwas klobige Sitz bedeuten: Komplett ersetzen werden diese Brillen deine normalen Bildschirme noch nicht. Sie sind eher ein "schön zu haben" für bestimmte Situationen als ein täglicher Begleiter.

Trotzdem — für 549 Euro bekommst du einen Vorgeschmack auf wirklich futuristische Technik. Und als jemand, der diesen Bereich seit Jahren beobachtet: Wir kommen diesem Traum von tragbaren, privaten Großbildschirmen näher. Nur halt eine Powerbank einpacken, falls du die Brille im Flieger nutzen willst.

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