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Aus Plastikflaschen mach Astronautennahrung: Die verrückte Wissenschaft hinter essbarem Weltraum-Müll

Aus Plastikflaschen mach Astronautennahrung: Die verrückte Wissenschaft hinter essbarem Weltraum-Müll

2026-10-09T21:31:23.459512+00:00

Stell dich hin, bevor du das liest

Forscher haben einen Weg gefunden, Plastikmüll in essbare, proteinreiche Kekse zu verwandeln. Und ja, du hast richtig gelesen: Keks. Die man isst. Aus Plastik. Das ist kein Hobby-Projekt aus einem Kellerlabor – die NASA verfolgt diese Forschung ernsthaft, weil sie Astronauten auf dem Mars ernähren könnte.

Kurz zu mir: Meine ersten drei Reaktionen waren:

  1. „Moment, was?"
  2. „Wie bitte?"
  3. „Ernsthaft?"

Alles gut. Wir klären das.

Die Kuh-Analogie, die alles erklärt

Dr. Lahiru Jayakody von der Southern Illinois University Carbondale erklärt das mit einem Vergleich, der mir keine Ruhe lässt:

Stell dir ein Glas Milch vor. Die Kuh hat Gras gefressen – aber du isst ja kein Gras, oder? Der Körper der Kuh hat das Gras durch natürliche Prozesse aufgeschlüsselt und in etwas völlig anderes verwandelt: Milch.

Genauso funktioniert das hier mit Plastik und Hefe.

Das Plastik landet am Ende nicht im Keks. Es durchläuft so viele biochemische Umwandlungen – dank hungriger, gentechnisch veränderter Hefe –, dass am Ende nur das Gute übrig bleibt: Proteine, Fette, Vitamine. Das Plastik ist quasi nur der Ausgangsrohstoff, der alles in Gang setzt.

Wie macht man überhaupt einen Plastikkeks?

Gute Frage. Hier wird es richtig Science-Fiction.

Schritt 1: Das richtige Plastik. Das Team nutzt PET – das Material aus Wasserflaschen und Lebensmittelverpackungen. Bewusst gewählt, weil es sicherer ist als andere Plastiksorten, die Giftstoffe oder PFAS enthalten könnten.

Schritt 2: Abbau. Das Plastik wird extremer Hitze (rund 260°C) und gewaltigem Druck ausgesetzt – tiefer als einen Kilometer unter Wasser. Dadurch zerfällt es in kohlenstoffreiche Verbindungen.

Schritt 3: Hefe-Party. Die gentechnisch veränderte Hefe bekommt dieses zerlegte Plastik vorgesetzt, zusammen mit landwirtschaftlichen Abfällen wie Maisstroh. Die Hefe metabolisiert alles und baut es zu einfacheren Molekülen um: Lipide, Säuren, Proteine, Vitamine.

Das Ergebnis? Laut Forschern „nicht gerade zum Anbeißen". Also wurde kreativ nachgearbeitet: Süßungsmittel, Ballaststoffe, Stärke, Vanillearoma und Beta-Carotin für die Farbe. Alles zu einem kleinen runden Keks geformt, mit dem griechischen Buchstaben μ (My) in der Mitte – für „Microbite".

Niedlich, oder? Ein winziger Keks aus Müll.

Warum sollte dich das interessieren?

Platzmissionen können nicht ewig Essen mitnehmen. Jedes Kilo ist unverschämt teuer. Also statt Nahrung für eine jahrelange Marsmission zu schleppen, bringen zukünftige Astronauten vielleicht die Fabrik mit. Plastikmüll von der Mission selbst wird zum Rohstoff.

Aber hier wird es richtig spannend: Das funktioniert nicht nur im All. Naturkatastrophengebiete, wo normale Lieferketten zusammengebrochen sind. Forschungsstationen in der Antarktis. U-Boote auf langen Einsätzen. Überall dort, wo frische Lebensmittel schwer hinzubekommen sind, könnte diese Technologie theoretisch Leben retten.

Wir produzieren weltweit etwa 400 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Was, wenn selbst ein Bruchteil davon in Nahrung verwandelt werden könnte?

Meine ehrliche Einschätzung

Beim Lesen dieser Forschung habe ich ungefähr fünf Emotionen durchlebt:

  • Ungläubigkeit (Plastikkeks?)
  • Neugier (wie soll das funktionieren?)
  • Leichter Ekel (Plastik, wirklich?)
  • Hoffnung (das könnte Menschen helfen)
  • Begeisterung (die Zukunft ist so merkwürdig und wunderbar)

Die Realität: Von derzeitigen Laborkeksen bis zu echter Weltraum-Nahrung ist es noch ein weiter Weg. Das Team sucht FDA-Zulassung für Geschmackstests. Wir brauchen massiv mehr Sicherheitsprüfungen. Und von Laborversuchen zu missionstauglicher Nahrungsproduktion hochzuskalieren – das ist ein gewaltiger Sprung.

Aber trotzdem. Trotzdem.

Wir reden hier davon, Abfall fundamental als Ressource zu denken. Kreisläufe in unseren Ernährungssystemen zu schließen. Die stille, beharrliche Anstrengung der Menschheit, multiplanetar zu werden – einen seltsamen kleinen Keks nach dem anderen.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich drücke den Plastikkeksen definitiv die Daumen.

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