Der Goldilocks-Planet: James Webb entdeckt einen riesigen Mittelding-Welt
Riesige Planeten? Die meisten Menschen denken an zwei Extreme. Entweder an die kalten Gasriesen weit draußen im Sonnensystem, wie Jupiter oder Saturn. Oder an die sogenannten heißen Jupiter, die so nah an ihren Sternen kreisen, dass sie praktisch gebraten werden.
Aber es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Und die hat James Webb jetzt zum ersten Mal richtig unter die Lupe genommen.
TOI-199b: Nicht zu heiß, nicht zu kalt
Der Planet TOI-199b hat eine Temperatur von etwa 80 Grad Celsius. Klingt erstmal heiß. Für einen Gasriesen ist das allerdings ziemlich gemäßigt. Normalerweise sind diese Riesen entweder eiskalt oder glühend heiß. TOI-199b liegt genau dazwischen – und das macht ihn besonders.
Es ist das erste Mal, dass Wissenschaftler die Atmosphäre eines solchen Mittelding-Planeten so genau untersuchen konnten. Das ist mehr als nur eine nette Beobachtung.
Warum das wirklich spannend ist
Bislang haben Forscher Tausende Exoplaneten entdeckt. Bei riesigen Welten ging es aber meist um die beiden Extremtypen. Temperierte Gasriesen sind selten. Ihre Atmosphären noch seltener. Wer solche Welten besser versteht, lernt auch, wie Planeten überhaupt entstehen.
Und das hat überraschenderweise auch etwas mit uns selbst zu tun. Denn je genauer wir fremde Atmosphären kennen, je öfter wir ihre Entstehung nachvollziehen können, desto besser lassen sich Rückschlüsse auf die Entstehung der unseren ziehen.
Wie man 330 Lichtjahre weit in eine Atmosphäre schaut
Wie macht man das eigentlich, wenn ein Planet so weit weg ist? Die Forscher haben Transmissionsspektroskopie verwendet. Einfach erklärt: Wenn der Planet vor seinem Stern vorbeizieht, fällt Sternenlicht durch seine Atmosphäre. Bestimmte Gase nehmen dabei bestimmte Lichtfarben auf – wie ein Barcodesystem.
James Webb zerlegt dieses Licht in seine einzelleten