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Jupiters Gewitter schießen Blitze, die irdische Funkenregen wie Wunderkerzen aussehen

Jupiters Gewitter schießen Blitze, die irdische Funkenregen wie Wunderkerzen aussehen

2026-05-21T14:54:14.916962+00:00

Wenn „Ein bisschen stürmisch“ plötzlich apokalyptisch klingt

Gewitter auf der Erde sind schon heftig. Der Himmel verdunkelt sich, der Donner rollt, manchmal fällt der Strom aus. Das fühlt sich dramatisch an. Doch Jupiter übertrifft alles, was wir kennen – vor allem bei Blitzen.

Forscher der UC Berkeley haben Daten der NASA-Sonde Juno ausgewertet. Sie stellten fest: Jupiters Blitze erreichen Leistungen, die rund 100-mal höher liegen als bei uns. Manche Forscher halten sogar Werte bis zu einer Million Mal stärker für möglich.

Wie misst man Blitze auf einem anderen Planeten?

Juno hat kein spezielles Blitz-Messgerät an Bord. Dafür aber einen Mikrowellen-Radiometer. Dieses Gerät fängt Radio-Wellen auf. Blitze erzeugen solche Wellen – ähnlich wie das Knistern, das man früher im Autoradio hörte, wenn ein Gewitter näher kam.

Mikrowellen dringen durch Wolken. Während Jupiters dichte Atmosphäre sichtbares Licht blockiert, „hört“ Juno trotzdem, was darunter abläuft. Das Instrument arbeitet wie ein Röntgenblick – nur für Radio-Strahlen.

Nur ein Problem: Auf Jupiter blitzt es praktisch überall gleichzeitig. Die Wolkenbänder umspannen den ganzen Planeten. Forscher mussten also herausfinden, welche Signale zu welchen Stürmen gehören. Wie bei einem großen Feuerwerk, bei dem man jedem Knall die passende Rakete zuordnen soll.

Die ruhige Phase als Geschenk

Zwischen 2021 und 2022 wurde es in Jupiters Nord-Äquatorialzone überraschend ruhig. Zum ersten Mal konnten Forscher einzelne Stürme untersuchen – ohne das permanente Hintergrund-Gewitter. Michael Wong und sein Team nutzten Bilder von Hubble, von Junos Kamera und von Amateur-Astronomen. Sie suchten nach sogenannten „Stealth-Superstürmen“. Sie sehen von außen unscheinbar aus, verstecken aber enorme Energie.

Bei einem Vorbeiflug registrierte Juno allein 206 Mikrowellen-Impulse. Das entspricht etwa drei Blitzen pro Sekunde. Ständig.

Warum Jupiter so extrem blitzt

Der Grund liegt in der Atmosphären-Chemie. Jupiters Luft besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Feuchte Luft ist dort schwerer als die umgebende Atmosphäre. Auf der Erde dagegen hebt sich feuchte Luft leicht und problemlos nach oben.

Bei Jupiter braucht es riesige Energiemengen, um diese schwere Luft nach oben zu drücken. Wenn es dann endlich losgeht, entlädt sich die Energie explosionsartig. Vergleichbar mit einer Luftmatratze, die man unter Wasser hält und plötzlich loslässt – sie schießt mit<|eos|>

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