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Krass! Etwas ist auf den Mond geknallt – und NASA hat's gefilmt

Krass! Etwas ist auf den Mond geknallt – und NASA hat's gefilmt

2026-09-19T09:14:44.074689+00:00

Ein neuer Krater auf dem Mond – und wir haben ihn entdeckt

Stell dir das mal vor: Irgendwo auf dem Mond klafft ein frisches Loch. Und zwar ein richtig großes.

Die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) hat den größten frischen Einschlagkrater entdeckt, der je im gesamten Sonnensystem beobachtet wurde. Der Krater trägt jetzt den offiziellen Namen McGetchin – zu Ehren eines Pioniers der Mondforschung. Mit einem Durchmesser von etwa 220 Metern ist er ungefähr so lang wie zwei Fußballfelder hintereinander. Und seine Tiefe von 43 Metern? Da könnte man drei Schulbusse aufeinanderstapeln, und es wäre noch Luft nach oben.

Na dann, kosmische Schlagloch-Kategorie: Erledigt.

Zufall mal wieder

Das Spannende daran? So wurde er gefunden.

Robert Wagner arbeitet mit der Kamera des LRO. Eines Tages scrollte er völlig routinemäßig durch Mondkarten – und blieb hängen. Eine helle Stelle, umgeben von einem dunklen Hof. Diesem Muster liegt ein klares Warnsignal zugrunde: Hier wurde erst kürzlich etwas aufgewühlt.

„Ich habe alles hingeworfen und angefangen, der Sache nachzugehen", erzählte Wagner.

Stell dir das mal vor. Routinearbeit. Daten durchsehen. Und dann – der Moment, in dem dir klar wird: Das hier hat noch nie jemand gesehen.

Der Verursacher war ein Asteroid oder Komet, etwa so groß wie ein drei- bis sechsstöckiges Gebäude. Er entschied sich irgendwann zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024, den Mond zu besuchen. In einem wahrscheinlich blitzschnellen Akt purer Gewalt riss er dieses gewaltige Loch in die Oberfläche.

Der Mond bekommt ständig was ab

Jetzt bloß keine Panik – so etwas passiert viel häufiger, als man denken würde. Der Mond wird seit Milliarden Jahren von Gesteinsbrocken aus dem All bombardiert. Und es gibt keinen Grund, warum sich das ändern sollte.

Mal ein paar Zahlen: Seit der LRO vor über 17 Jahren seine Arbeit aufnahm, haben Wissenschaftler mehr als 1.000 neue Einschlagkrater identifiziert. Über 100.000 weitere Oberflächenveränderungen wurden ebenfalls registriert – verteilte Trümmer, Nachwirkungen von Einschlägen.

Anders als die Erde hat der Mond keine schützende Atmosphäre. Kein Luftpolster, das ankommende Objekte abbremst oder verglühen lässt. Alles knallt direkt durch. Die meisten Einschläge sind winzig – die kleinsten Krater, die Forscher erkennen können, messen etwa neun Meter. Ungefähr so lang wie ein drei-, vierstöckiges Gebäude, das auf der Seite liegt. Einschläge dieser Größe passieren etwa 140 Mal pro Jahr.

Der Mond sammelt also ständig Narben. Wir bekommen sie nur normalerweise nicht mit – es sei denn, jemand schaut ganz, ganz genau hin.

Moment mal – ein Kältefleck?

Jetzt wird's richtig interessant.

Als Forscher das Gebiet um den Krater McGetchin genauer untersuchten, nutzten sie ein anderes Instrument der Sonde: Diviner. Was sie fanden, war unerwartet.

Die Region rund um den Krater – insgesamt etwa sechs Kilometer breit – ist nachts etwa neun Grad kälter als das umliegende Gelände.

Sechs Kilometer! Das ist nicht nur der Krater selbst. Der Aufprall hat die thermischen Eigenschaften des Bodens in einem enormen Umkreis verändert.

Warum? Wissenschaftler vermuten, dass der Einschlag den lunaren Boden – den sogenannten Regolith – aufgewühlt und gelockert hat. Lose, weniger dichtes Material speichert Wärme schlechter, wenn die Sonne untergeht. Monate nach dem Vorfall strahlt diese Fläche also immer noch weniger Wärme ab als erwartet.

Für zukünftige Mondmissionen ist das alles andere als unwichtig. Wer Rover schicken oder Basen errichten will, muss solche Oberflächenveränderungen verstehen. Die Beschaffenheit und Dichte des Bodens beeinflusst, wie Fahrzeuge fahren, wie Geräte stehen, vielleicht sogar wie Strukturen sich verhalten. Ein einzelner Einschlag kann für ein überraschend großes Gebiet alles verändern.

Warum das Ganze?

Was mich an dieser Geschichte so begeistert: Sie zeigt genau, warum Langzeitbeobachtung des Mondes so wertvoll ist.

Der LRO umkreist den Mond ununterbrochen seit 2009. Seine Kameras fotografieren die Oberfläche aus etwa 100 Kilometern Höhe und erstellen dabei über Tausende von Umläufen hinweg extrem detaillierte Karten. Durch den Vergleich dieser Karten im Zeitverlauf können Forscher Veränderungen erkennen, die bei sporadischen Schnappschüssen unsichtbar bleiben würden.

Und während die Menschheit sich auf eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond zubewegt – mit den Artemis-Missionen, später vielleicht festen Basen – wird diese Detektivarbeit mehr als nur wissenschaftliche Neugier. Zu verstehen, wie sich die Mondoberfläche verändert, hilft bei der Planung von Landezonen, Bauflächen, Sicherheitsvorkehrungen.

Krater wie McGetchin sind selten (Wissenschaftler schätzen, dass Einschläge dieser Größe nur etwa einmal pro Jahrhundert vorkommen). Aber sie sind auch eine Erinnerung: Der Mond ist kein statisches Museum. Er ist eine dynamische, geologisch aktive Welt.

Also, wenn du das nächste Mal in der Nacht zum Himmel schaust und den vertrauten silbernen Ball siehst – denk daran: Irgendwo dort oben verbirgt sich eine frische Narbe, die es vor einem Jahr noch nicht gab.

Und dank einiger engagierter Wissenschaftler mit sehr scharfen Augen durften wir zusehen, wie sie entstand.

Ziemlich cool, oder?

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