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Moment mal: Fließt da etwa flüssiger Stickstoff auf dem Pluto?

Moment mal: Fließt da etwa flüssiger Stickstoff auf dem Pluto?

2026-09-17T09:32:03.889793+00:00

Flüssiges auf Pluto? Die Wissenschaft sagt: Ja, vielleicht!

Ich sag's mal ganz ehrlich: Ich liebe es, wenn Astronomie-Nachrichten uns daran erinnern, dass das Universum deutlich verrückter ist, als wir denken.

Und genau so ein Fall ist mir gerade über den Weg gelaufen. Forscher haben Hinweise gefunden, dass auf Pluto flüssiges Material existieren könnte – nicht Wasser, sondern flüssiger Stickstoff. Aber trotzdem: Flüssig! Auf einem Zwergplaneten, den wir jahrelang für einen riesigen, leblosen Eisball gehalten haben.

Was haben die Wissenschaftler entdeckt?

Die Spur führt uns zu New Horizons, jene kleine Sonde, die 2015 als erstes Raumfahrzeug überhaupt an Pluto vorbeiflog und uns die ersten detaillierten Bilder dieses fernen Himmelskörpers lieferte. Forscher werten diese Daten bis heute aus – und jetzt sind sie auf etwas Spannendes gestoßen.

In Sputnik Planitia, dieser markanten herzförmigen Gletscherregion auf Pluto, gibt es im nördlichen Bereich auffällige dunkle Streifen und Flecken. Als die Wissenschaftler genauer hinschauten, fiel ihnen eine Ähnlichkeit auf: Diese Muster sehen verblüffend ähnlich aus wie Erscheinungen auf der Erde, dort wo flüssiges Wasser über Gletscheroberflächen fließt. Wer schon mal das grönländische Eisschild gesehen hat, kennt diese dunklen Spuren – sie entstehen genau dort, wo sich Wasser gesammelt oder über die Oberfläche bewegt hat.

Der Erklärungsversuch

Die Forscher vermuten jetzt folgendes: Flüssiger Stickstoff könnte aus tieferen Schichten aufsteigen, sich durch Risse und Kanäle nach oben arbeiten und gelegentlich an die Oberfläche durchbrechen – dort, wo er dann über das gefrorene Glacierbett wandert.

Interessant wird es, wenn man sich die Modelle anschaut. Demnach kann Stickstoffeis am Grund von Sputnik Planitia – wir reden hier von mehreren Kilometern Dicke – unter bestimmten Bedingungen tatsächlich schmelzen. Druck und Wärme von unten könnten pockets flüssigen Stickstoffs erzeugen. Ähnlich wie Magma sich durch die Erdkruste bewegt oder heiße Quellen an die Oberfläche sprudeln, könnte diese Flüssigkeit durch enge Kanäle nach oben gedrückt werden.

Oben angekommen, würde sie vermutlich nicht ewig bleiben – Pluto ist schließlich immer noch extrem kalt. Aber für eine Weile könnte sie sich über den Gletscher bewegen und dabei genau diese charakteristischen dunklen Spuren hinterlassen.

„Pluto überrascht uns immer wieder"

„Pluto never stops surprising us" – so drückte es Dr. Alan Stern aus, der die Forschungsarbeit leitete. Und ich finde, dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf.

Denn wir hätten es eigentlich besser wissen müssen. Als Voyager 1989 Triton passierte – einen Mond des Neptun – entdeckte die Sonde Geysire, die eruptiv Material ausstießen. Triton ist sogar noch kälter als Pluto. Wenn Triton aktive Geologie haben kann, warum nicht auch Pluto?

Noch ist lange nicht alles erforscht

Das wirklich Bescheidene an der Geschichte: Wir haben von Pluto erst etwa die Hälfte in hoher Auflösung gesehen. Die andere Hälfte könnte noch viel mehr Überraschungen bereithalten – vielleicht weitere Belege dafür, dass dieser ferne Zwergplanet alles andere als tot ist.

Was mich daran am meisten fasziniert

Für mich liegt der spannendste Aspekt darin, was uns das über unser Sonnensystem verrät. Wir finden immer wieder flüssige Stoffe an den unmöglichsten Orten:

  • Mars hatte einst fließende Flüsse
  • Europa (Jupitermond) verbirgt wahrscheinlich einen gewaltigen Ozean unter seiner Eisoberfläche
  • Titan (Saturnmond) hat Seen und Regen aus flüssigem Methan
  • Und jetzt vielleicht auch noch flüssige Stickstoffgletscher auf Pluto

Das Universum ist offenbar viel lebendiger, als wir es uns vorgestellt haben. Selbst in den kältesten, dunkelsten Ecken unseres kosmischen Viertels passiert etwas. Eis schmilzt. Flüssigkeiten bewegen sich. Und irgendwo entfaltet sich Chemie, die wir so nicht vorhergesagt hätten.

Da kann man sich wirklich fragen: Was wartet da draußen noch alles darauf, uns zu überraschen?

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