Die Pflanze, die aussieht wie ein Albtraum — und wirklich existiert
Ich muss euch etwas erzählen, das mir wirklich eine Gänsehaut beschert hat, als ich zum ersten Mal davon gelesen habe.
Tief in den Wäldern Thailands haben Wissenschaftler eine Pflanze entdeckt, die aussieht, als hätte ein Horrorfilm-Regisseur sie sich ausgedacht. Ihre Blüte ist überwiegend schwarz, trägt hornartige Auswüchse auf einer kuppelartigen Krone, und hat leuchtend rot-orange Flecken an der Basis, die verdammt nochmal wie dämonische Augen aussehen.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Das Ding sieht aus wie eine kleine Albtraum-Kreatur, die sich als Blume tarnt.
Die Forscher haben sie Thismia daemona getauft — „daemona" als Verweis auf diese gefallenen Engel, die wir Dämonen nennen. Und ehrlich? Der Name passt perfekt.
Die größte Zaubershow der Natur
Was mich wirklich umgehauen hat: Ihr würdet diese Pflanze vermutlich niemals entdecken.
Thismia daemona gehört zu einer Gattung, die passenderweise „Feenlaternen" heißt. Aber anders als die warmen, leuchtenden Laternen, die ihr euch vielleicht vorstellt, haben diese Pflanzen nichts Fröhliches an sich. Sie sind komplett blattlos, besitzen kein Chlorophyll und haben absolut kein Interesse an Photosynthese.
Stattdessen leben sie fast ihr gesamtes Leben unter der Erde und ernähren sich über ihre Wurzeln von Pilzen. Sie tauchen nur auf, wenn es gar nicht anders geht — in diesem kurzen Moment, in dem ihre Blüten durch die Laubschicht brechen, um sich zu vermehren.
Es ist wie die effizienteste Eintagsfliege der Natur. Dieses Ding hat die Kunst des Versteckens perfektioniert.
Ein unerwarteter Unterschlupf
Das wirklich Interessante? Die Wissenschaftler haben nicht damit gerechnet, die Pflanze dort zu finden.
Thismia-Arten kommen normalerweise in Tiefland-Regenwäldern vor — diese feuchten, tropischen Umgebungen, wo es ständig regnet und nie wirklich kalt wird. Aber die Forscher von der Chulalongkorn-Universität und der Prince of Songkla-Universität haben Thismia daemona im Nationalpark Thong Pha Phum entdeckt, auf einer Höhe von fast 1.000 Metern.
Das ist eine saisonale Umgebung. Dort wird es tatsächlich manchmal trocken. Für eine Gattung, die sonst extrem wählerisch mit ihren Bedingungen ist, war das Finden eines Vertreters in diesen Bergwäldern eine echte Überraschung.
Dr. Sahut Chantanaorrapint, einer der beteiligten Forscher, nannte es einen „großen Schock" — und ich kann mir vorstellen, dass sein Team ziemlich aufgeregt war, so überrascht zu werden.
Warum sollte uns eine kleine Pflanze interessieren?
Vielleicht fragt ihr euch — warum ist das überhaupt wichtig? Es ist doch nur eine seltsame kleine Blume in einem Wald, den die meisten von uns niemals besuchen werden.
Hier ist der Punkt: Wenn wir eine Art verlieren, verlieren wir Informationen. Thismia daemona gehört zu einer bestimmten Sektion der Thismia-Gattung (namens Geomitra), die vorher nur aus Malaysia, Borneo und Sumatra bekannt war. Sie in Thailand zu finden, erweitert das bekannte Verbreitungsgebiet dieser gesamten Gruppe viel weiter nach Norden, als irgendjemand gedacht hatte.
Das ist bedeutsam für das Verständnis, wie sich diese Pflanzen ausbreiten, evolutionieren und anpassen. Und mit dem Klimawandel, der Lebensräume schneller verändert als je zuvor, ist es wichtiger denn je zu wissen, wo was lebt — und wie anfällig es ist.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Und hier wird es beunruhigend: Wissenschaftler haben bisher nur eine einzige Population von Thismia daemona gefunden. Wir reden von weniger als 50 einzelnen Pflanzen, die sich in ein Gebiet quetschen, das kleiner ist als ein Fußballfeld.
Weniger. Als. Fünfzig.
Das Team hat sie bereits vorläufig als vom Aussterben bedroht eingestuft — nur einen Schritt von „in freier Wildbahn ausgestorben" entfernt. Und hier kommt der unangenehme Teil: Diese eine Population lebt in einem Nationalpark, der bei Touristen ziemlich beliebt ist. Menschliche Fußabdrücke und Lebensraumzerstörung könnten diese Art leicht über die Kante stoßen.
Was passiert als Nächstes?
Die Forscher setzen sich für einen Naturschutzansatz ein, der lokale Gemeinschaften einbezieht — nicht einfach das Gebiet abzusperren und auf das Beste zu hoffen. Dr. Chantanaorrapint sprach vom UNESCO-Konzept „Der Mensch und die Biosphäre", das versucht, menschliche Aktivität mit Artenschutz in Einklang zu bringen.
Die Idee ist, die Einheimischen echt für den Schutz dieser seltsamen kleinen Teufelsblume zu begeistern. Wenn Gemeinschaften stolz darauf sein können, etwas so Einzigartiges in ihrer Nachbarschaft zu haben, werden sie zu Partnern im Artenschutz statt zu Hindernissen.
Ich liebe diesen Ansatz. Artenschutz funktioniert nur, wenn die Menschen, die in der Nähe dieser Arten leben, das Gefühl haben, dass sie etwas haben, das es zu schützen lohnt.
Das Fazit
Die Natur überrascht uns immer wieder. Gerade wenn man denkt, man hat das Skurrilste gesehen, was das Pflanzenreich zu bieten hat, kriecht etwas wie Thismia daemona aus dem Laub, mit seinen Dämonenaugen und der gehörnten Blütenkrone.
Wir leben auf einem Planeten voller verborgener Schätze — und verborgener Schrecken, offenbar. Beides ist es wert, geschützt zu werden.
Hoffen wir, dass diese Teufelsblume in Frieden weiterblühen darf.
Quelle: ScienceDaily