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Wenn ein See verschwindet: Was passiert, wenn alles Wasser fehlt

Wenn ein See verschwindet: Was passiert, wenn alles Wasser fehlt

2026-06-18T18:35:11.631445+00:00

Wenn das Wasser einfach... verschwindet

Stell dir folgendes Bild vor: Du schaust auf das, was eigentlich ein See sein sollte – einer der größten Stauseen Arizonas – und siehst stattdessen Schlammflächen und ausgetrocknete Erde. Genau das passiert gerade am San Carlos Reservoir. Und es ist gleichermaßen faszinierend wie beunruhigend.

Der Gila River, der diesen Stausee speist, schmort regelrecht vor sich hin. Die winterliche Schneedecke in den Bergen von New Mexico? Gerade mal zwei Prozent von dem, was sie sein sollte. Zwei Prozent, Leute. Das ist keine Dürre – das ist ein Wassernotstand im Dürre-Kostüm.

Die Zahlen sind enorm

Was mich beim Lesen über diese Situation wirklich umgehauen hat: In einem normalen Jahr speist die Schneeschmelze im Frühling Flüsse und füllt Stauseen auf. Aber dieses Jahr? Im April floss der Fluss nur noch mit 39 Prozent des üblichen Niveaus. Im Juni fasste der Stausee weniger als 400 Acre-Feet Wasser.

Lasst mich das einordnen. Ein Acre-Foot ist ungefähr die Wassermenge, die einen Morgen Land einen Fuß hoch bedecken würde – genug für ein paar Haushalte pro Jahr. Wir reden also von einem Stausee, der Hunderttausende Acre-Feet fassen kann, wenn er voll ist, und jetzt fasst er weniger als 400. Das ist, als würde man einen Swimmingpool mit ein paar Badewannen vergleichen.

Satellitenbilder erzählen die Geschichte noch dramatischer. 2023 lag der Stausee bei etwa 60 Prozent Kapazität – noch beeindruckend, noch funktionsfähig. Schnell vorwärts zu Mai 2026, und er ist weniger als ein Prozent voll. Man kann buchstäblich den „Wannenbord-Ring" aus Mineralablagerungen sehen, den der sinkende Wasserspiegel hinterlassen hat.

Die Fische hatten keine Chance

Als der Wasserstand sank, passierte etwas Herzzerreißendes unter der Oberfläche. Weniger Wasser bedeutet weniger Sauerstoff, und Fische brauchen Sauerstoff genau wie wir. Irgendwann wurde der Stausee buchstäblich erstickend – im wahrsten Sinne des Wortes.

Praktisch alle Fische sind gestorben. Wir reden von Forellenbarsch, Welsen, Kaulbarsch, Sonnenbarsch, sogar ausgesetzten Forellen. Ein ganzes Ökosystem, das innerhalb weniger Wochen zusammengebrochen ist.

Die Behörde für Freizeitgestaltung musste den Stausee sperren und tatsächlich vor Gesundheitsrisiken durch zersetzende Fische warnen. Das ist ein Satz, den ich nie zu schreiben gedacht hätte. „Warnung: Haltet euch von den toten Fischen fern."

Das ist schon mal passiert – viel zu oft

Hier kommt etwas, das mich umgehauen hat: Das San Carlos Reservoir ist seit seiner ersten Füllung im Jahr 1930 mindestens zwanzigmal komplett ausgetrocknet. Zwanzig Mal! Der Coolidge-Damm wurde 1930 eingeweiht, und angeblich scherzte Will Rogers selbst zu Präsident Coolidge, dass er „seinen See gemäht hätte", wenn das sein See wäre.

Sie haben auch früher schon massive Fischsterben erlebt. 1976 starben über fünf Millionen Fische, und es dauerte fünf Jahre, bis das Ökosystem sich erholte. Fünf Jahre. Und das war nur ein Ereignis in einer langen Geschichte von Boom-und-Bust-Zyklen.

Gibt es Hoffnung?

Okay, ich will das hier nicht komplett in Katastrophenstimmung beenden. Der Südwesten ist berüchtigt für seine variable Niederschlagsverteilung. Dieselbe Region, die gerade unter extremer Dürre leidet, könnte von einer ungewöhnlich feuchten Monsunzeit überschwemmt werden.

NOAA prognostiziert tatsächlich eine 33- bis 50-prozentige Chance für überdurchschnittliche Sommerregenfälle, und El Niño-Bedingungen werden im Pazifik stärker – ein Muster, das manchmal heftigere Regenfälle in den Südwesten bringt.

Also, während dieser Stausee gerade wie ein hoffnungsloser Fall aussieht, könnte er sich mit den richtigen Stürmen wieder füllen. Es ist schon passiert. Es wird wahrscheinlich wieder passieren.

Was uns das sagt

Aber ehrlich gesagt? Diese ganze Situation ist ein Weckruf zum Thema Wasser im amerikanischen Westen. Wir reden hier nicht von einem See, der gerade unpraktisch niedrig ist. Wir reden von Wasser, auf das Gemeinschaften angewiesen sind, das Landwirte zum Anbau von Nahrung nutzen, das Wildlife sein Zuhause nennt.

Der Gila River verbindet schneebedeckte Berge in New Mexico mit Wüstengemeinden in Arizona – er ist eine Lebensader durch eine der trockensten Landschaften des Landes. Wenn diese Lebensader reißt, spürt alles dahinter die Auswirkungen.

Ich denke oft an diese Satellitenbilder. Derselbe Stausee, derselbe Ort, völlig unterschiedliche Realitäten je nach Jahr. Die Version von 2023 sah gesund aus, fast voll. Die Version von 2026 sieht aus wie eine Narbe auf dem Wüstenboden.

Klimavariabilität ist im Südwesten nichts Neues. Aber wenn sich Muster verschieben und Extreme häufiger werden, könnten Momente wie dieser häufiger vorkommen – und heftiger.

Vorerst hoffe ich auf Regen. Aber ich hoffe auch, dass wir das Thema Wassersparen deutlich ernster nehmen, denn dieser Stausee ist nicht nur ein See. Es ist eine Lektion, die wir anscheinend immer wieder neu lernen müssen.

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